Synagogen-Gemeinde Köln erinnert an Neugründung 1945
s:29:"Jüdische Gemeinde beim Gebet";
Jüdische Gemeinde beim Gebet
Köln (epd).

Die Synagogen-Gemeinde Köln hat an die Gemeinde-Neugründung am 29. April 1945 nach Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert. „Schon früh begannen die überlebenden Juden in Köln mit Aufräumarbeiten in der hiesigen, durch Pogrom und Krieg beschädigten Synagoge“, sagte der Historiker Ulrich S. Soénius. Nicht einmal zwei Monate nach der Befreiung der Stadt durch US-Militärs am 4. März vor 80 Jahren habe der erste offizielle Gottesdienst stattfinden können.

Noch im Sommer 1945 kam es nach Angaben des Historikers zudem zu drei Rückholaktionen mit Bussen von überlebenden Kölner Juden aus dem Konzentrationslager Theresienstadt. Insgesamt seien etwa 11.000 Kölner Juden in den Lagern der Nationalsozialisten ermordet worden. 1933 hatte die Gemeinde den Angaben zufolge 18.281 Mitglieder.

Im September 1959 konnte nach Angaben der Synagogen-Gemeinde die renovierte große Synagoge im Kölner Stadtteil Ehrenfeld wieder eingeweiht werden. Heute hat die Synagogen-Gemeinde Köln wieder rund 4.500 Mitglieder und ist eine der größeren jüdischen Gemeinden in Deutschland. Gleichzeitig gilt sie als die älteste jüdische Gemeinde nördlich der Alpen. Erstmals wurde sie im Jahre 321 schriftlich erwähnt.

An dem Jahresempfang der Synagogen-Gemeinde nahmen zahlreiche Vertreter aus der Politik sowie von den großen christlichen Kirchen und der islamischen Gemeinschaft teil. Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) erklärte, man müsse, um junge Menschen in Deutschland zu erreichen, „unsere Erinnerungskultur fit machen für das digitale Zeitalter, wir müssen Zeitzeugen berichten lassen, Hologramme - und Gedenkstätten auch interaktiver ausrichten“. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hob die Bedeutung der Synagogen-Gemeinde für die Stadt Köln hervor.

Felix Schotland vom Vorstand der Gemeinde bedauerte in seiner Rede, dass immer noch viele israelische Geiseln in der Hand der Hamas-Terroristen im Gaza-Streifen seien und „die Welt aber längst zur Tagesordnung übergegangen“ sei. Gleichzeitig würden antisemitische Parolen lauter und lauter. Es seien diese Fragen, die Jüdinnen und Juden auch hierzulande ständig begleiten. „Unterschwellig ist die Sorge um Israel und die Sorge um die jüdische Gemeinschaft immer da“, so das Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde beim Jahresempfang weiter.