Ronya Othmann mit Erich-Loest-Preis ausgezeichnet
Leipzig (epd).

Die Schriftstellerin und Journalistin Ronya Othmann ist am Montag in Leipzig mit dem Erich-Loest-Preis ausgezeichnet worden. Die 32-Jährige sei eine junge literarische Stimme gegen das Vergessen eines Völkermords an der ethnisch-religiösen Minderheit der Jesiden im kurdischen Irak 2014, wie die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig die Preisvergabe begründete. Die Tochter eines kurdisch-jesidischen Vaters setze sich mit ihrem Werk unerschrocken und beharrlich gegen Verschweigen, Beschwichtigen und Schuldumkehr ein und sei „eine hochpolitische Autorin, die unermüdlich die Spuren historischer Gewalt aufsucht“.

Der zum fünften Mal vergebene Erich-Loest-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Verliehen wird die Auszeichnung alle zwei Jahre von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig. Der Preis erinnert an den Leipziger Schriftsteller Erich Loest (1926-2013), dessen Geburtstag sich am Montag zum 99. Mal jährte.

Othmann habe mit ihrem Roman „Vierundsiebzig“ dem Völkermord an den Jesiden ein großes literarisches Denkmal gesetzt, hieß es. Das 2024 erschienene Buch sei zugleich „eine sehr persönliche Suche nach Herkunft und kultureller Identität ist, die wiederum zentrale Fragen unserer Gegenwart berührt“.

Die Autorin sagte, Würdigungen wie der Loest-Preis verdeutlichten ihr, „dass meine Worte, die Geschichten, die ich weitererzähle, nicht ungehört verhallen“. Das gebe Ansporn, „auch weiterhin genau hinzuhören, genau hinzusehen und aufzuschreiben, was ich höre und erlebe“. Ronya Othmann wurde 1993 in München geboren und studierte unter anderem am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.