Die Vorbereitungen für eine mögliche Nominierung des Grünen Bandes als Unesco-Welterbe gehen voran. Nach dem Willen von Naturschützern sowie Umwelt- und Kulturpolitikern soll es das erste gemischte Weltnatur- und Weltkulturerbe in Deutschland werden, wie Experten am Mittwoch bei einer Fachtagung im oberfränkischen Mitwitz sagten. Bis zu einer Anerkennung des Gebietes entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze durch die Unesco werde es noch mindestens fünf Jahre dauern.
Anfang 2024 hatte Deutschland das Grüne Band bei der Unesco als Naturerbe vorgeschlagen mit der Option, dass es in ein gemischtes Erbe umgewandelt wird. Das Prädikat Welterbe könnte dem Gebiet laut Liana Geidezis vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) einen dauerhaften Schutz sichern und wäre eine Anerkennung seines Werts als Biotopverbund, aber auch als Erinnerungslandschaft. Zudem würden die anliegenden Gemeinden gestärkt.
Zur Vorbereitung werden nun erstmals einheitlich alle vorkommenden Arten erfasst. In den Biotopen leben laut dem Initiator des Grünen Bandes, Kai Frobel, mehr als gefährdete 1.200 Arten. Mehr als 80 Prozent der Fläche sind Naturschutzgebiet. Auf kulturhistorischer Seite gelte es, ein Narrativ des früheren Grenzstreifens zu entwerfen, sagte Jörn Brunotte vom vorläufigen Welterbebüro Grünes Band, „etwa: von der Lebens- zur Todes- zur Lebenslinie“.
Knapp 1.400 Kilometer lang verläuft das Grüne Band von Travemünde an der Ostsee entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und anschließend zwischen Bayern und Tschechien.