Mit der Vergabe der begehrten Bären und einem Publikumstag ist am Wochenende die Berlinale zu Ende gegangen. Der Film „Dreams (Sex Love)“ erhielt bei den 75. Internationalen Filmfestspielen Berlin den Goldenen Bären. Die norwegische Produktion wurde am Samstagabend bei der Berlinale-Preisgala in der Bundeshauptstadt geehrt. Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) dankte der neuen Leiterin Tricia Tuttle für die Ausrichtung der diesjährigen Berlinale.
„Die Berlinale glänzt wieder, hierzulande wie international. Sie hat mit einem sehr starken Programm, das die ganze Vielfalt des Films international gezeigt hat, Filmschaffende aus der ganzen Welt nach Berlin geholt“, erklärte Roth am Sonntag. Die „ganze Kraft und Magie des Kinos“ seien zu erleben gewesen. Insgesamt wurden bei der 75. Berlinale 240 Filme gezeigt.
Im Preisträgerfilm „Dreams (Sex Love)“ geht es um eine 17-Jährige, die sich in ihre Lehrerin verliebt und ihre Erlebnisse zu Papier bringt. Als ihre Mutter und ihre Großmutter die Aufzeichnungen entdecken, weicht ihr Entsetzen über die intimen Beschreibungen allmählich der Bewunderung für deren literarischen Wert. Das Drehbuch schrieb Dag Johan Haugerud, der auch die Regie führte.
19 Filme waren im Wettbewerb der Berlinale zu sehen, die am 13. Februar gestartet war. Präsident der Internationalen Jury war der US-Regisseur und Produzent Todd Haynes. Unter den Wettbewerbsfilmen feierten 17 Produktionen ihre Weltpremiere in Berlin. Den Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk erhielt die schottische Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton schon bei der Eröffnungsgala. Bei der Abschlussgala wurden von der Internationalen Jury zudem sieben Silberne Bären vergeben.
Der Große Preis der Jury ging an den Film „The Blue Trail“, eine Farce des Brasilianers Gabriel Mascaro auf alternde Gesellschaften, der zudem auch den Preis der Ökumenischen Jury erhielt. Den Preis der Jury erhielt das argentinische Roadmovie „The Message“, für das Ivan Fund Regie führte und das Drehbuch schrieb.
Mit dem Silbernen Bären für die beste Regie wurde der Chinese Huo Meng ausgezeichnet. Sein Film „Living the Land“ wirft einen Blick auf den tiefgreifenden sozioökonomischen Wandel in der Volksrepublik China in den 1990er Jahren.
Den Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle bekam Rose Byrne. Für die beste schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle zeichnete die Jury den Iren Andrew Scott aus, der in dem amerikanisch-irischen Film „Blue Moon“ zu sehen ist.
Das beste Drehbuch im Berlinale-Wettbewerb wurde aus Sicht der Internationalen Jury vom Rumänen Radu Jude für den Film „Kontinental '25“ geschrieben. Den Silbernen Bären für eine herausragende künstlerische Leistung erhielt die Regisseurin Lucile Hadzihalilovic. Sie nahm die Auszeichnung für die außergewöhnliche Zusammenarbeit des Filmteams bei der französisch-deutschen Produktion „La Tour de Glace (The Ice Tower)“ entgegen.
Der Dokumentarfilm „Khartoum“ über fünf Menschen und ihre Erlebnisse im Krieg im Sudan erhielt den diesjährigen Friedensfilmpreis auf der Berlinale. Den Amnesty Filmpreis bekam der deutsche Film „Die Möllner Briefe“.