Preis der Leipziger Buchmesse für Kristine Bilkau
Leipzig, Hamburg (epd).

Die Hamburger Schriftstellerin Kristine Bilkau ist mit dem Preis der Leipziger Buchmesse geehrt worden. Die 51-Jährige erhielt die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung in Leipzig in der Kategorie Belletristik für den Roman „Halbinsel“. Er erzählt unter anderem von einer Mutter-Tochter-Beziehung, von der Sehnsucht nach Aufrichtigkeit und von Entfremdung. Der Preis wurde zum 21. Mal übergeben.

Als bestes Sachbuch wurde Irina Rastorguevas Werk „Pop-up-Propaganda. Epikrise der russischen Selbstvergiftung“ geehrt. Der Preis für die beste Übersetzung ging an Thomas Weiler für „Feuerdörfer“, das er aus dem Belarussischen ins Deutsche übertrug. In dem Werk schildern Zeitzeugen NS-Verbrechen der Wehrmacht in Belarus. Auch diese beiden Preise sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert.

Unter dem Motto „Worte bewegen Welten“ präsentieren sich auf der Buchmesse in Leipzig bis Sonntag mehr als 2.000 Verlage und Aussteller aus 45 Ländern. Erstmals vertreten sind Armenien und die Philippinen. Gleich am ersten Messetag kamen zahlreiche Besucherinnen und Besucher. Schon vor der Öffnung der Messehallen bildeten sich lange Warteschlangen am Einlass. Auch viele junge Leute kamen.

Gastland auf der Buchmesse ist in diesem Jahr Norwegen. Fast 50 norwegische Autorinnen und Autoren werden dazu bis Sonntag auf dem Frühjahrstreff der Buchbranche erwartet. Sie vertreten die literarische Bandbreite des Landes, von zeitgenössischer Literatur über Sachbücher bis hin zu Kinder- und Jugendliteratur, norwegischen Kriminalromanen und der Literatur des indigenen Volkes Sami.

Im Beisein von prominenten, norwegischen Autoren und Autorinnen wie Karl Ove Knausgård und Maja Lunde hatte Norwegen am Donnerstagvormittag seinen Gastland-Stand auf der Leipziger Buchmesse eröffnet. Daran nahmen auch die norwegische Kultur- und Gleichstellungsministerin Lubna Jaffery und die norwegische Botschafterin in Deutschland, Laila Stenseng, teil.

Erneut hat die Ukraine einen eigenen Stand. Zur Eröffnung betonte Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne), dies sei ein Zeichen für die große Literatur der Ukraine sowie für die mutigen Schriftsteller und Schriftstellerinnen in Zeiten des Krieges. „Dieser Krieg ist ein Krieg gegen die Kultur, gegen die Identität“, sagte Roth. Die Buchmesse solle auch daran erinnern, dass die Menschen in der Ukraine für Selbstbestimmung und Demokratie kämpfen.

Mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung wurde am Mittwochabend der im Exil lebende belarussische Schriftsteller Alhierd Bacharevic für seinen Roman „Europas Hunde“ geehrt. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert. In seiner Dankesrede betonte der Autor die Kraft der Literatur. Ein Schriftsteller müsse historisch denken können und die ersten Signale sehen, lange bevor die Katastrophe eintritt.

Buchmessedirektorin Astrid Böhmisch bezeichnete den Branchentreff als einen Ort für gesellschaftliche Debatten. Neu sei unter anderem das Gesprächsforum „Mensch & KI: Schöne neue Welt?“. Im vergangenen Jahr kamen rund 283.000 Menschen auf die Buchmesse und zum parallel stattfindenden Lesefestival „Leipzig liest“.