
Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen des Verdachts der Korruption gegen einen Mitarbeiter des Jobcenters Remscheid. Der 44 Jahre alte Mitarbeiter soll von einer Frau, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Leistungen bezogen hatte, ein Schmiergeld in Höhe von 1.500 Euro gefordert haben, wie die Ermittlungsbehörden in Wuppertal mitteilten. Dafür wollte der im Bereich der Arbeitsvermittlung tätige Mitarbeiter dem Paar weiterhin Leistungen überweisen, die zuvor ausgesetzt worden waren.
Die Ermittlungen waren den Angaben zufolge ins Rollen gekommen, nachdem sich die Compliance-Abteilung der Bundesanstalt für Arbeit bei der Staatsanwaltschaft gemeldet hatte. Die Ehefrau hatte demnach der Leitung des Jobcenters Remscheid zuvor von dem Vorfall berichtet. Die Leistungen der Behörde für das Paar waren ausgesetzt worden, weil der Ehemann eine selbstständige Tätigkeit begonnen hatte. Bis zur Klärung einer noch bestehenden Bedürftigkeit sollte deshalb kein Geld mehr gezahlt werden. Daraufhin soll sich der Mitarbeiter telefonisch bei dem Paar gemeldet und angeboten haben, das Geld gegen Zahlung des Schmiergeldes weiter zu überweisen, hieß es.
Zusätzlich zu ihren Angaben habe die Frau auch eine Tonaufnahme zur Verfügung gestellt, die eine Aufzeichnung des Anrufs beinhalten soll. Aufgrund der Angaben der Bundesanstalt für Arbeit erwirkte die Staatsanwaltschaft einen Durchsuchungsbeschluss gegen den Beschuldigten. Es gab Durchsuchungen am Wohnsitz des Mannes und in seinem Büro. Dabei wurde auch das Mobiltelefon des Beschuldigten sichergestellt. Eine erste Auswertung der auf dem Gerät befindlichen Daten deutet den Angaben zufolge darauf hin, dass der Mann möglicherweise auch von anderen Kunden des Jobcenters Geld gefordert und gegebenenfalls erhalten haben könnte. Die Ermittlungen dauern an.