Artikel zum Thema: Asyl
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Landesdienst Bayern"Asylmissbrauch darf man auch so nennen"

Viele Flüchtlinge, die nach Deutschland wollen, kommen über Bayern in die Bundesrepublik. Das stellt besonders die Grenzregionen in Ober- und Niederbayern vor große Herausforderungen. Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) wirbt dafür, die hohen Flüchtlingszahlen nicht nur als Belastung, sondern auch als Chance zu sehen - gleichzeitig aber will sie, ganz auf Parteilinie, harte Kante gegen all jene Asylbewerber zeigen, die aus ihrer Sicht in ihrer Heimat nicht politisch verfolgt werden.

Landesdienst Bayern"Es ... geht ... mir ... gut"

Kaum steht die Freisinger Asylsozialberaterin im Flur der ersten Asylbewerberunterkunft, ist sie umringt. "Miss Meiforth, da sind Sie ja!", schallt es auf Englisch durch den Raum. Einmal pro Woche besucht Kim Meiforth jedes Haus. Damit ist sie, abgesehen von Ehrenamtlichen, für viele Flüchtlinge der einzige Kontakt. Denn sobald sie einen Platz in einer Gemeinschaftsunterkunft haben, sind sie bis zum Ende ihres Asylverfahrens auf sich gestellt.

Landesdienst Bayern"Humanitär nicht akzeptabel"

Die Empörung über Dänemark und die Schweiz war groß, als bekannt wurde, dass die Behörden dort Flüchtlingen bei der Registrierung einen Teil ihres Vermögens abnehmen, wenn er über einer Höchstgrenze liegt. Inzwischen ist klar: Auch in Deutschland ist das rechtens und wird von einigen Bundesländern praktiziert. Bayerns Diakonie-Präsident Michael Bammessel kritisiert diese Praxis im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er fühlt sich an düsterste Zeiten in der deutschen Geschichte erinnert.

Landesdienst Bayern"Wir sind völlig überbelegt"

Vor dem Kasernengebäude 209 herrscht dichtes Gedränge. Auch im Foyer wird es nicht besser. Männer, Frauen und Kinder drängen hinein, quetschen sich heraus. Einige suchen auf kleinbedruckten Aushängen nach ihrem Namen: "Heutige Bustransfers" steht darüber in mehreren Sprachen. Es ist laut, es ist stickig, die Menschen sind müde, viele sind seit Wochen unterwegs, manche waren es auch in dieser Nacht.

Landesdienst Bayern3000 Jugendliche begrüßen Flüchtlinge in Hof mit einem "Willkommens-Rap"

Mit einem "Willkommens-Rap" für Asylbewerber wollen mehr als 3.000 Jugendliche am kommenden Donnerstag (23. Juli) in Hof ein Zeichen für Weltoffenheit und gegen Fremdenfeindlichkeit setzen. Der geplante Flashmob in der Altstadt geht auf die Initiative einer Schulklasse des Therapeutisch-Pädagogischen Zentrums (TPZ) der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung in Hof zurück. In den vergangenen Wochen wurden zahlreiche Schulen in Stadt und Landkreis Hof unter anderem über eine Facebook-Gruppe für die Teilnahme mobilisiert.

Landesdienst Bayern60.000 neue Asylbewerber in Bayern erwartet

Bayern stellt sich auf weiter steigende Asylbewerberzahlen ein. Sozialministerin Emilia Müller (CSU) sagte im Kabinett: "Ich rechne damit, dass wir in Bayern in diesem Jahr 60.000 neue Asylbewerber unterbringen und versorgen müssen." Das wären fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr, als ihren Angaben zufolge rund 33.000 Flüchtlinge in den Freistaat kamen. Müller kündigte daher an, die Erstaufnahmeplätze für Flüchtlinge von derzeit 12.000 auf 15.000 auszubauen.

Landesdienst BayernBischof Bedford-Strohm kritisiert Seehofer-Äußerung scharf

Die bayerische evangelische Landeskirche hat die Äußerungen von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zur Willkommenskultur für Flüchtlinge scharf kritisiert. Der Regierungs- und Parteichef hatte der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, mit der Vereinbarung zwischen Bund und Bayern über weitere Grenzkontrollen sei "das Ende der Willkommenskultur notariell besiegelt". Die bayerische Staatskanzlei wies die Kirchen-Kritik zurück.

Landesdienst BayernBischöfe Bedford-Strohm und Marx begrüßen Flüchtlinge in München

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Münchens Erzbischof Reinhard Marx haben die ersten aus Ungarn und Österreich eingereisten Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof willkommen geheißen. Beide schüttelten Hände und strichen Kindern über den Kopf, während die Münchner Bürger die Neuankömmlinge mit Applaus begrüßten. Bedford-Strohm zeigte sich bewegt, mahnte aber auch einen menschlichen Umgang mit den Flüchtlingen an.

Landesdienst BayernBundesinnenminister de Maizière fordert gemeinsame EU-Antwort auf Flüchtlinge

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat mehr gemeinsames Vorgehen der EU-Staaten in der Flüchtlingspolitik gefordert. Die Nationalstaaten könnten die großen Herausforderungen der Asylpolitik nicht allein bewältigen. De Maizière forderte europaweit "anständige Standards" in der Flüchtlingsunterbringung. Es dürfe nicht sein, dass EU-Staaten wie Griechenland davon ausgenommen würden, Flüchtlinge aufzunehmen, weil sie Asylbewerber schlecht behandelten. Zehn EU-Staaten beteiligten sich überhaupt nicht an der Aufnahme von Flüchtlingen. Dies sei "inakzeptabel".

Landesdienst BayernDiakoniepräsident pocht auf Kirchenasyl

Der Präsident des Diakonischen Werks Deutschland, Ulrich Lilie, ist zuversichtlich, dass die Politik das Kirchenasyl nicht erschweren wird. "Ich hoffe auf die humanitäre Vernunft der Beteiligten", sagte Lilie bei einem Gespräch in Nürnberg. Zeitgleich war in Berlin ein Treffen von Kirchen- und Regierungsvertretern zum Thema Kirchenasyl angesetzt. Er erlebe, sagte der Diakoniepräsident, dass die Politik die Diskussion über das Kirchenasyl "sehr viel gelassener" und mit sehr viel Wertschätzung gegenüber der Kirche führe.

Landesdienst BayernFundraising-Preis für Flüchtlingsnetzwerk "Passau verbindet"

Große Ehre für die Stadt Passau und ihre Flüchtlingshilfe "Passau verbindet": Für die Unterstützung von Asylbewerbern im vergangenen Sommer werden die Kommune und das Bürger-Netzwerk in diesem Jahr mit einem Sonderpreis des Vorstandes des Deutschen Fundraising Verbandes (DFRV) geehrt, wie der Verband mit Sitz in Berlin mitteilte. Passau und seine Bürger seien mit ihrer Hilfsbereitschaft zu einem Vorbild für alle Menschen in Deutschland geworden.

Landesdienst BayernRiesenangst und Empörung

Die Taufen hätten nach Ostern stattfinden sollen. Aber die beiden jungen Afghanen, die Christen werden wollten, haben nun Angst vor diesem Schritt, erzählt der Fürther evangelische Pfarrer Kuno Hauck. Wenn sie in ihr Herkunftsland abgeschoben werden, wären sie als Christen vom Tode bedroht, sind die Geflüchteten überzeugt.

Landesdienst BayernStaatsregierung will abgelehnte Asylbewerber schneller zurückführen

Die bayerische Staatsregierung will abgelehnte Asylbewerber künftig schneller abschieben. "Solche Asylbewerber belegen Unterbringungsplätze, die wir für Menschen benötigen, die wirklich politisch verfolgt sind und nicht nur aus wirtschaftlichen Motiven zu uns kommen", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im Kabinett. SPD und Grüne lehnen solche Schnellverfahren ab.