Artikel zum Thema: Kritik
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Fachdienst medienCharme des Amateurhaften

Jetzt hat das Stilmittel Improvisation auch den "Tatort" erreicht. Und wenn einer mit improvisierten Filmen langjährige Erfahrung hat, dann ist es Axel Ranisch. Er hat es bewiesen mit seinen von Kritikern gefeierten Filmen wie "Ich fühl mich Disco" und "Alki Alki".

Fachdienst medienDer Verrat

Alexander Costea gelingt in seinem Debütfilm ein dramaturgischer Geniestreich. Zwei Männer stehen im Mittelpunkt der Geschichte nach einem wahren Fall. Eine Mordermittlung gibt den Anlass, aber nicht den Grund für die Freundschaftsgeschichte zweier Außenseiter, von der "Die Maßnahme" handelt. Einer, Werner Seiler, ist ein kleinstadtbekannter Sonderling. Auf dem geerbten, verwahrlosten Hof lebt er am Rand der Gesellschaft. Strähnige Haare verdecken seine Physiognomie, ein Pullover aus der Kleiderspende und eine ausgebeulte Jogginghose seinen Körper.

Fachdienst medienKein Kinderwunsch

Die Sache mit dem punktierten Kondom ist für Anna (Franziska Weisz) dann doch zu viel. Ein Betrugskondom in Philipps Tasche zum Zweck, sie heimlich und gegen ihren Wunsch zu schwängern. Der ultimative Vertrauensbruch. Ihm (Felix Klare) war schon unwohl dabei, sie zu hintergehen, also wollte er mit schlechtem Gewissen, aber neuerdings kaum zu stoppendem Fortpflanzungsbegehr das Schicksal die Entscheidung treffen lassen. Zwei Kondome zur Auswahl, eins in goldener Verpackung, intakt.

Fachdienst medienMakaberes Highlight

Die ersten Szenen könnten der Auftakt zu einem "Tatort" sein: Im schummrig beleuchteten Keller steht eine Kühltruhe, "Aufmachen!", dringt es dumpf heraus, man sieht die Beine eines Menschen, der auf die Truhe zugeht, dann dessen Hand, die den Deckel öffnet und den Blick freigibt auf eine in der Truhe liegende, bereits angefrorene, gefesselte Gestalt. Die Hand greift zu einem Schlauch, spritzt die Gestalt mit Wasser ab und macht den Deckel wieder zu.

Fachdienst medienPragmatikerin mit Prinzipien

Der erste Auftritt des Reformators in diesem Film kommt nicht nur spät, sondern wirkt auch etwas, nun, improvisiert. Keine Kanzel, keine große Rede, kein theologischer Exkurs. Die Nonnen um Katharina von Bora sind gerade aus dem Kloster Nimbsch geflohen, mit einem Wagen, den ihnen Martin Luther geschickt hat. In der Stadt Wittenberg erwartet die Frauen, die ihr Gelübde gebrochen haben, eine aufgebrachte Volksmenge, die sie als Huren beschimpft. Als Luther am Schauplatz erscheint, schlichtet er das Tohuwabohu durch seine Autorität und hilft den Nonnen vom Wagen.

Fachdienst medienUrkomische Dialoge

Von wegen "Nesthocker" und "Hotel Mama": In dieser als Komödie angelegten Trilogie ist die Welt, zumindest im Milieu der gut verdienenden Mittelschicht, noch in Ordnung: Die Kinder gehen aufs Gymnasium und gleich nach dem Abitur zum Studium oder einer anderen Ausbildung in die Welt hinaus. Zurück bleiben die Eltern, die ihr Leben neu organisieren müssen und plötzlich vor Problemen stehen: Was fangen wir jetzt an mit uns? Wie füllen wir die Zeit, die bleibt? Gibt es ohne Kinder für uns beide überhaupt noch ein Wir?

Fachdienst medienZu gut gemeint

Mitten in der Nacht klingelt es bei Familie Krasniqi. Uniformierte halten dem schlaftrunkenen Vater ein amtlich aussehendes Dokument vor das Gesicht. Ihr Auftreten ist rüde. Das Bleiberecht sei widerrufen, die 17 Jahre lang Geduldeten seien "vollziehbar ausreisepflichtig", jetzt gehe es sofort im Sammeltransport nach Pristina. Aufstehen, zusammenpacken, nur 20 Kilo, aber zackig. Die Mutter trennt hastig Erinnerungsfotos aus den Alben. Der Vater (Kasem Hoxha) beteuert, nie einen Abschiebebescheid erhalten zu haben und will reden.

Fachdienst medienZurück in die Siebziger

Je älter Schauspieler werden, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass ihnen das Angebot gemacht wird, die Rolle eines an Demenz oder Alzheimer Erkrankten zu übernehmen. Wenn die Erinnerung nicht trügt, hat es 2002 mit Götz George ("Mein Vater") angefangen. Ihm folgten unter anderem Peter Simonischek ("Mit einem Schlag", 2008), Klaus Maria Brandauer ("Die Auslöschung", 2013), Christiane Hörbiger ("Stiller Abschied", 2013), Hannelore Hoger ("Nichts für Feiglinge", 2014), Robert Atzorn ("Mein vergessenes Leben", 2015).