Artikel zum Thema: Kritik
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Fachdienst medienCharme des Amateurhaften

Jetzt hat das Stilmittel Improvisation auch den "Tatort" erreicht. Und wenn einer mit improvisierten Filmen langjährige Erfahrung hat, dann ist es Axel Ranisch. Er hat es bewiesen mit seinen von Kritikern gefeierten Filmen wie "Ich fühl mich Disco" und "Alki Alki".

Fachdienst medienEin Alptraum

"Kinder können einem das ganze Leben versauen." Dieser bittere Satz stammt zwar aus einem anderen Film, wäre hier aber auch nicht ganz falsch, wenn man denn etwas präzisierte: Kinder und Eltern können sich das Leben sehr gründlich versauen.

Fachdienst medienKein Kinderwunsch

Die Sache mit dem punktierten Kondom ist für Anna (Franziska Weisz) dann doch zu viel. Ein Betrugskondom in Philipps Tasche zum Zweck, sie heimlich und gegen ihren Wunsch zu schwängern. Der ultimative Vertrauensbruch. Ihm (Felix Klare) war schon unwohl dabei, sie zu hintergehen, also wollte er mit schlechtem Gewissen, aber neuerdings kaum zu stoppendem Fortpflanzungsbegehr das Schicksal die Entscheidung treffen lassen. Zwei Kondome zur Auswahl, eins in goldener Verpackung, intakt.

Fachdienst medienLeben gegen Leben

So einen schicken Saal dürfte es in keinem deutschen Gericht geben: Glatte Sichtbetonwände, edle schwarze Eames-Stühle, durch die raumhohen Fenster ist nicht weit entfernt der Reichstag zu sehen: Schon das überhöhende Setting des ARD-Films "Terror" macht klar, dass es hier ums Ganze geht. Um die Werte der Republik, um das Grundgesetz. Es geht, wie die Staatsanwältin (gespielt von Martina Gedeck) erläutert, um die Menschenwürde.

Fachdienst medienLuther und die Folgen

Wie also geht der Mensch jetzt und in Zukunft mit dem "Sündenfall der Reflexion" (Hegel) um? Mit jenem Danaergeschenk des freien autonomen Ichs, das nicht zuletzt durch Luther und die Reformationsbewegung vor 500 Jahren als dauernde Aufgabenstellung unter uns gekommen ist?

Fachdienst medienMakaberes Highlight

Die ersten Szenen könnten der Auftakt zu einem "Tatort" sein: Im schummrig beleuchteten Keller steht eine Kühltruhe, "Aufmachen!", dringt es dumpf heraus, man sieht die Beine eines Menschen, der auf die Truhe zugeht, dann dessen Hand, die den Deckel öffnet und den Blick freigibt auf eine in der Truhe liegende, bereits angefrorene, gefesselte Gestalt. Die Hand greift zu einem Schlauch, spritzt die Gestalt mit Wasser ab und macht den Deckel wieder zu.

Fachdienst medienModernes Weihnachtsmärchen

Es war einmal ein kalter, winterlicher Wald. Die Kamera zeigt ihn von hoch oben. Drunten sammeln zwei arme junge Frauen - Halbwaisen, wie sich zeigen wird - Reisig. Weihnachten steht vor der Tür, und mit ein paar grünen Tannenzweigen möchte eine der Schwestern dem einsamen Vater daheim noch eine Freude machen. Doch als sie nach Hause kommen, ist der Vater und Ernährer tot.

Fachdienst medienPragmatikerin mit Prinzipien

Der erste Auftritt des Reformators in diesem Film kommt nicht nur spät, sondern wirkt auch etwas, nun, improvisiert. Keine Kanzel, keine große Rede, kein theologischer Exkurs. Die Nonnen um Katharina von Bora sind gerade aus dem Kloster Nimbsch geflohen, mit einem Wagen, den ihnen Martin Luther geschickt hat. In der Stadt Wittenberg erwartet die Frauen, die ihr Gelübde gebrochen haben, eine aufgebrachte Volksmenge, die sie als Huren beschimpft. Als Luther am Schauplatz erscheint, schlichtet er das Tohuwabohu durch seine Autorität und hilft den Nonnen vom Wagen.

Fachdienst medienStarke Darstellerinnen

Im Redaktionsflur des "Puls" hängt ein großes Nixon-Plakat. Achtlos geht Anke Engelke als Chefredakteurin Karin Berger daran vorbei, bleibt einmal davor stehen, den Rücken der präsidialen Reizfigur zugewandt. Zu viel ist zu diesem Zeitpunkt schon passiert, als dass sich die journalistische Leuchtturmfigur Berger, als die wir sie kennengelernt haben, noch selbstzufrieden an die Brust klopfen könnte. Es hat vermutlich Tote gegeben und verschiedene Kasualitäten. Zum Beispiel Bergers Unbestechlichkeit.

Fachdienst medienUrkomische Dialoge

Von wegen "Nesthocker" und "Hotel Mama": In dieser als Komödie angelegten Trilogie ist die Welt, zumindest im Milieu der gut verdienenden Mittelschicht, noch in Ordnung: Die Kinder gehen aufs Gymnasium und gleich nach dem Abitur zum Studium oder einer anderen Ausbildung in die Welt hinaus. Zurück bleiben die Eltern, die ihr Leben neu organisieren müssen und plötzlich vor Problemen stehen: Was fangen wir jetzt an mit uns? Wie füllen wir die Zeit, die bleibt? Gibt es ohne Kinder für uns beide überhaupt noch ein Wir?

Fachdienst medienZu gut gemeint

Mitten in der Nacht klingelt es bei Familie Krasniqi. Uniformierte halten dem schlaftrunkenen Vater ein amtlich aussehendes Dokument vor das Gesicht. Ihr Auftreten ist rüde. Das Bleiberecht sei widerrufen, die 17 Jahre lang Geduldeten seien "vollziehbar ausreisepflichtig", jetzt gehe es sofort im Sammeltransport nach Pristina. Aufstehen, zusammenpacken, nur 20 Kilo, aber zackig. Die Mutter trennt hastig Erinnerungsfotos aus den Alben. Der Vater (Kasem Hoxha) beteuert, nie einen Abschiebebescheid erhalten zu haben und will reden.

Fachdienst medienZurück in die Siebziger

Je älter Schauspieler werden, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass ihnen das Angebot gemacht wird, die Rolle eines an Demenz oder Alzheimer Erkrankten zu übernehmen. Wenn die Erinnerung nicht trügt, hat es 2002 mit Götz George ("Mein Vater") angefangen. Ihm folgten unter anderem Peter Simonischek ("Mit einem Schlag", 2008), Klaus Maria Brandauer ("Die Auslöschung", 2013), Christiane Hörbiger ("Stiller Abschied", 2013), Hannelore Hoger ("Nichts für Feiglinge", 2014), Robert Atzorn ("Mein vergessenes Leben", 2015).