Artikel zum Thema: Medien
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Fachdienst medien"Charlie Hebdo" startet Ausgabe in Deutschland

Die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" erscheint seit dem 1. Dezember auch auf Deutsch. Zum Start beträgt die Auflage laut französischen Medienberichten 200.000 Exemplare. Das Werbeplakat zur Markteinführung zeigt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der Toilette, eine Satirezeitung lesend. Der Titel lautet: "Charlie Hebdo wirkt befreiend." Die deutsche Ausgabe soll jeden Donnerstag erscheinen und vier Euro kosten.

Fachdienst medien"Das ist ein Prozess"

MDR-Intendantin Karola Wille hat im Januar 2016 den Vorsitz der ARD übernommen. Zu Beginn ihrer Amtszeit kündigte sie an, sie wolle sich im Senderverbund für eine "umfassende Transparenz im wirtschaftlichen und journalistischen Handeln" einsetzen und für eine "Fehlerkultur, die von Offenheit und Kritikfähigkeit gegenüber den Beitragszahlern" bestimmt ist. Wille (58) ist seit November 2011 Intendantin des MDR. Zuvor war sie von 1996 bis 2011 Juristische Direktorin des Senders.

Fachdienst medien"Das Publikum schaut, was serviert wird"

Nach Kinofilmen wie "Der Untergang" und "Elser - Er hätte die Welt verändert" kehrt Regisseur Oliver Hirschbiegel zum Fernsehen zurück. Sein Dreiteiler "Der gleiche Himmel" wird am 28., 29. und 30. März im ZDF gezeigt. Die Koproduktion von ZDF, Ufa Fiction und Beta spielt im geteilten Berlin der 70er Jahre. Tom Schilling spielt darin einen jungen Stasi-Agenten, der als Romeo auf eine Mitarbeiterin des britischen Geheimdiensts in Westberlin angesetzt wird. "Same Sky" ist als Serie für den internationalen Markt konzipiert, eine Fortsetzung ist geplant.

Fachdienst medien"Der ,Tatort' macht das mit"

Der "Tatort" am Sonntagabend im Ersten ist eines der wenigen Rituale, das deutsche Fernsehzuschauer noch pflegen. Eine "Tatort"-Folge erreichte im Jahr 2015 im Schnitt 9,53 Millionen Zuschauer, das entsprach einem durchschnittlichen Marktanteil von 26,7 Prozent. Der Literaturwissenschaftler Jochen Vogt hat die Reihe als den "wahren deutschen Gesellschaftsroman" bezeichnet. Gunther Witte (81), der als WDR-Redakteur den "Tatort" vor 46 Jahren erfand, hätte damals nicht zu träumen gewagt, dass die Reihe zu solch einem Dauerbrenner werden würde.

Fachdienst medien"Gefühlte Realität"

Der Frankfurter Tag des Online-Journalismus stand am 25. April unter dem Motto "Wahr ist, was gefällt? Journalismus in der Glaubwürdigkeitskrise" (epd 17/17). Diemut Roether, verantwortliche Redakteurin von epd medien, beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit der Jagd nach Emotionen in der Berichterstattung und wie diese Fokussierung auf Emotionen häufig den Blick auf die Fakten verstellt oder Recherche verdrängt. Im Folgenden dokumentieren wir den leicht bearbeiteten Vortrag.

Fachdienst medien"Ich bin kein Abenteurer"

Der Dokumentarfilmer Ashwin Raman (70) berichtet seit mehr als 45 Jahren aus den Krisenregionen dieser Welt. Der Reporter indischer Herkunft ist ein Einzelkämpfer, der sich mit einer Videokamera zwischen den Fronten bewegt. Dem mehrfach preisgekrönten Journalisten geht es nicht um spektakuläre Bilder, sondern um die Schicksale von Menschen im Krieg. Am 12. Oktober läuft Ramans neuer Film "An vorderster Front - Der Krieg gegen den IS" um 0.45 Uhr im ZDF.

Fachdienst medien"New York Times" schafft Ombudsmann-Posten ab

Die US-Tageszeitung "New York Times" (NYT) hat den Ombudsmann-Posten abgeschafft. Soziale Medien und die Leser im Internet seien "kollektiv unser moderner Aufpasser, wachsamer und wirkungsvoller, als eine einzelne Person sein könnte", erklärte Verleger Arthur Sulzberger. "Public Editor" Liz Spayd verabschiedete sich anschließend mit Bedauern. Der "Public Editor" sei ein "Zeichen institutioneller Integrität" gewesen, und der Verlust setze ein undeutliches Signal, schrieb sie in ihrer letzten Kolumne am 2. Juni.

Fachdienst medien"Spiegel"-Titel zu Trump beschäftigt Deutschen Presserat

Die Trump-Zeichnung auf dem Titel der "Spiegel"-Ausgabe vom 4. Februar beschäftigt auch den Presserat. Bislang seien 16 Beschwerden zu dem Cover eingegangen, sagte eine Sprecherin des Selbstkontrollorgans der deutschen Presse am 8. Februar dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Berlin und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Die Zeichnung aus der Feder des aus Kuba stammenden Künstlers Edel Rodriguez, der als politischer Flüchtling in den USA lebt, zeigt US-Präsident Donald Trump mit dem blutig abgetrennten Kopf der Freiheitsstatue in der Hand.

Fachdienst medien"Tod einer Polizistin": Filmemacher weisen Vorwürfe zurück

Die Filmemacher Clemens und Katja Riha wehren sich gegen Vorwürfe des baden-württembergischen SPD-Politikers Wolfgang Drexler gegen ihre Dokumentation "Tod einer Polizistin - Das kurze Leben der Michèle Kiesewetter". Drexler hatte den am 24. April im Ersten gesendeten Film in einer Presseerklärung als "nicht nur grob falsch und unsachlich, sondern anstößig" bezeichnet. Dies sei "eine unzulässige Schmähkritik mit einem unwahren Tatsachenkern", schrieb der Anwalt der beiden Filmemacher, Raphael Thomas, an Drexler. Er forderte den Politiker auf, diese Äußerungen zu unterlassen.

Fachdienst medien"Vois" ist Geschichte. Über Medienvielfalt in der Provinz

Im Oberzentrum Münster mit seinen gut 300.000 Einwohnern gibt es mindestens sechs oder sieben lokale Blogs, die um die Gunst der Online-Leserschaft buhlen. Sie arbeiten, soweit bekannt, alle weitgehend ehrenamtlich, ihre Informationen gibt es kostenlos - ohne Paywall, ohne Werbung. Untereinander konkurrieren sie allenfalls publizistisch und in der Reichweite, um Abonnenten oder Anzeigenkunden findet kein Wettbewerb statt.

Fachdienst medien7,98 Milliarden Euro Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag

ARD, ZDF und Deutschlandradio haben im Jahr 2016 insgesamt 7,98 Milliarden Euro aus Rundfunkbeiträgen eingenommen. Das waren rund 153 Millionen Euro weniger als im Vorjahr, wie der Beitragsservice der Sender am 21. Juni in Köln mitteilte.

Grund für den Rückgang sei hauptsächlich die Beitragssenkung im April 2015 von 17,98 Euro auf 17,50 Euro pro Monat. Außerdem habe es mehr Befreiungen gegeben: Zum Ende des Jahres 2016 waren 2,93 Millionen Menschen vorwiegend aus sozialen Gründen von der Beitragspflicht befreit. Das waren 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Fachdienst medienAfD kann so viel TV-Wahlwerbezeit beanspruchen wie FDP

Die AfD kann im privaten Rundfunk genauso viel Sendezeit für Wahlwerbespots beanspruchen wie die FDP. Das geht aus den "Rechtlichen Hinweisen" der Landesmedienanstalten zu Wahlsendezeiten für politische Parteien hervor, die am 17. Mai in Berlin veröffentlicht wurden. Vor der Bundestagswahl im September müssen bundesweit verbreitete Fernseh- und Hörfunksender demnach AfD und FDP jeweils mindestens drei Zeitschienen mit einer Länge von 1,5 Minuten zur Verfügung stellen.

Fachdienst medienAffekthascherei. Die ARD lässt abstimmen. Worüber eigentlich?

Zu diesem Erfolg kann man die ARD nur beglückwünschen: Den Fernsehfilm "Terror" - gewissermaßen eine juristische Vorlesung über unveräußerliche Grundrechte wie die Menschenwürde - sahen fast sieben Millionen Menschen. Manche der rechtlichen Ausführungen waren so komplex, dass man die Schauspieler - allen voran Martina Gedeck - nur bewundern konnte dafür, mit welcher Souveränität sie diese vortrugen. Doch das Abstimmungsergebnis nach der Sendung - 86,9 Prozent der Zuschauer stimmten für den Freispruch des Piloten - weckte Zweifel, ob sie verstanden wurden.

Fachdienst medienARD rechnet mit weniger Geld aus Rundfunkbeiträgen

Die ARD rechnet mit sinkenden Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag. In ihrer Anmeldung für den aktuellen Bericht der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) weist sie für den Zeitraum von 2017 bis 2020 rund 233 Millionen Euro weniger aus als bislang eingeplant wurden. Geringere Einnahmen verbucht der Senderverbund zusätzlich wegen der gesetzlichen Einschränkung der Werbezeiten beim WDR, insgesamt 81 Millionen Euro. Laut Mitteilung vom 2. Mai meldet die ARD für den 21. KEF-Bericht allerdings einen Überschuss von insgesamt 242 Millionen Euro.

Fachdienst medienARD will öffentlich-rechtliches Content-Netzwerk werden

Die ARD will sich zu einem öffentlich-rechtlichen Content-Netzwerk weiterentwickeln. Die Herausforderung liege darin, "ein den Bedürfnissen und Erwartungen der Nutzer entsprechendes mediengattungsübergreifendes Angebot auf unterschiedlichen Ausspielwegen zu schaffen", steht in einem internen Papier zu "Auftrag und Strukturoptimierung der öffentlich-rechtlichen Anstalten in Zeiten der Digitalisierung der Medien". Mit dem Papier, das dem epd vorliegt, positioniert sich die ARD in der von den Ländern angestoßenen Diskussion zu Auftrag und Strukturoptimierung (vgl.

Fachdienst medienBayerische Privatsender sollen deutsche Leitkultur vermitteln

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat die bayerischen Privatsender in einem Schreiben dazu aufgefordert, einen Beitrag zur Vermittlung der deutschen Leitkultur zu leisten. In dem Schreiben, das an die lokalen Hörfunk- und TV-Sender ging, verweist die Aufsichtsbehörde auf das Bayerische Integrationsgesetz, das seit Januar gilt. Darin werden auch der BR und die Privatsender verpflichtet, in ihren Angeboten in Rundfunk und Telemedien einen Beitrag zur Vermittlung der deutschen Leitkultur zu leisten.

Fachdienst medienBBC: 39 Millionen Euro zusätzlich für Kinderangebote

Die BBC will in den kommenden drei Jahren zusätzlich insgesamt 34 Millionen Pfund (39 Millionen Euro) in Angebote für Kinder investieren. Diese Summe soll auf existierende Budgets in diesem Bereich aufgeschlagen werden, wie aus einem Entwurf für den BBC-Jahresplan 2017/18 hervorgeht, den die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt am 4. Juli in London vorstellte. Nach der neuen Royal Charter, die am 1. Januar in Kraft trat (epd 1/17), ist die BBC dazu verpflichtet, jährlich ihre Pläne zu veröffentlichen.

Fachdienst medienBDZV kündigt "Gemeinsame Vergütungsregeln" für Freie

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat die "Gemeinsamen Vergütungsregeln" für freie hauptberufliche Journalisten an Tageszeitungen gekündigt, die 2010 mit den Gewerkschaften DJV und dju vereinbart worden waren. Anlass sei das neue Urhebervertragsrecht, erklärte der BDZV am 28. Februar in Berlin. Die Novellierung des Gesetzes habe mit Wirkung zum 1. März ein sogenanntes Verbandsklagerecht eingeführt.

Fachdienst medienBemerkenswerte Eile

In Berlin, aber auch in Brüssel spüren politisch Handelnde zunehmend die Notwendigkeit, demokratische Institutionen zu verteidigen und als erodierend wahrgenommene Folgen der Digitalisierung aufzuhalten. Journalistische Arbeit lässt sich kaum mehr finanzieren, das gesellschaftliche Gespräch verroht und die Wahl als Ankerpunkt der Volksherrschaft wird durch Falschmeldungen in ihrer Funktion gefährdet. Angesichts eines US-Präsidenten mit kindlichem Zugang zu Realität erscheint Europa dann als letztes Bollwerk gegen diese Entwicklungen - jedenfalls in der alten Welt.

Fachdienst medienBemerkenswertes Geschäftsmodell. Das neue "Spiegel Daily"

Der heißeste digitale Scheiß ist seit dem 16. Mai "Spiegel Daily": Jeden Nachmittag um 17 Uhr schalten die Kollegen vom Spiegel-Verlag die neue Digitalausgabe frei, mit der sie "einmal am Tag die Welt anhalten" wollen. Nicht mehr und nicht weniger. "Spiegel Daily" soll all denen, die nicht so nachrichtensüchtig sind, dass sie den ganzen Tag bei "Spiegel Online" rumhängen, einmal am Tag eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse des Tages bieten: "An einem Ort der ganze Tag im Überblick."

Fachdienst medienBertelsmann steigert Gewinn um knapp 14 Prozent

Bertelsmann hat seinen Gewinn in den ersten neun Monaten des Jahres um 13,8 Prozent gesteigert. Der Der Medien- und Dienstleistungskonzern teilte am 10. November in Gütersloh mit, das Konzernergebnis sei auf 652 Millionen Euro gewachsen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Operating Ebitda) kletterte um 38 Millionen Euro auf den Rekordwert von 1,63 Milliarden Euro. Der Umsatz blieb im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit zwölf Milliarden Euro beinahe unverändert.

Fachdienst medienBlut, Staub und Tränen

Der westlich geprägte Fortschrittsglaube ist ein Kind der europäischen Aufklärung. Schon nach 1775 allerdings ist es eins, das gepäppelt werden muss, damit es gedeiht. Das in jenem Jahr stattfindende verheerende Erdbeben von Lissabon wird von den Intellektuellen der Zeit als Fingerzeig der Natur gedeutet. Ein einzelnes Ereignis - doch ein fundamentaler Einschnitt im Selbstverständnis selbst der Fortschrittsoptimisten. Die Erde, so heißt es, wehrt sich gegen den Menschen mit Katastrophen. Wohl dem, der die Naturgesetze gründlich studiert und mit ihnen arbeitet.

Fachdienst medienBöhning: Keine Zusammenlegung von ARD und ZDF

Der Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU), ARD und ZDF zusammenzulegen, stößt bei der Medienpolitik auf Ablehnung. "In den Beratungen der Länder spielt dieser Vorschlag keine Rolle", sagte der Chef der Berliner Senatskanzlei, Björn Böhning (SPD), am 26. Oktober auf den Medientagen München. Neu definiert werden müssten allerdings Auftrag und Struktur der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Hier gebe es bereits Ideen der Sender, die aber noch nicht den Vorstellungen der Länder entsprächen.

Fachdienst medienBuddeln im Familiengrab

Es wirkt schon ein wenig putzig, wenn Familie Berben einen Zweiteiler an den Start bringt, der "Familie!" heißt. Ausgerechnet die Familie also, die die Fernsehfilm-Wertschöpfungskette innerfamiliär ordentlich verlängert hat, indem Sohn Oliver Filme mit seiner Mutter Iris produziert.

Fachdienst medienBurda verlegt künftig britische Fernsehzeitschrift "Radio Times"

Der Burda-Konzern hat das britische Medienunternehmen Immediate Media übernommen und gibt damit künftig die beliebte Programmzeitschrift "Radio Times" heraus. Insgesamt verfüge Immediate Media über ein Portfolio von mehr als 75 Medienmarken, teilte Hubert Burda Media am 12. Januar in München mit. Über den Kaufpreis und weitere Details der Transaktion sei Stillschweigen vereinbart worden. Berichten zufolge zahlt Burda dem bisherigen Eigentümer, dem Finanzinvestor Exponent Private Equity, etwa 300 Millionen Euro.

Fachdienst medienCharme des Amateurhaften

Jetzt hat das Stilmittel Improvisation auch den "Tatort" erreicht. Und wenn einer mit improvisierten Filmen langjährige Erfahrung hat, dann ist es Axel Ranisch. Er hat es bewiesen mit seinen von Kritikern gefeierten Filmen wie "Ich fühl mich Disco" und "Alki Alki".

Fachdienst medienClub der Gleichgesinnten. Die Anti-Brexit-Zeitung "The New European"

Eigentlich sollte es die Zeitung als Pop-up-Blatt nur für vier Wochen geben, aber nun ist sie schon sieben Monate alt: "The New European", eine britische Wochenzeitung, die sich so gut wie nur einem Thema widmet: dem Brexit und Europa. Die Zeitung aus dem Hause Archant ist zur journalistischen Heimat derer geworden, die sich mit der nationalen Presse Großbritanniens nicht mehr identifizieren können. Und das sind viele. Denn die 48 Prozent der Briten, die gegen den Brexit gestimmt haben, finden in der medialen Landschaft kaum noch eine Heimat.

Fachdienst medienDarauf einen Dujardin. 60 Jahre Werbung im Fernsehen

Als das Deutsche Fernsehen 1954 seinen regulären Betrieb aufnahm, befand sich das Land im Aufschwung des Wirtschaftswunders. Kein Wunder, dass die Unternehmen das junge Medium als Werbeplattform nutzen wollten: Am 3. November 1956 zeigte der Bayerische Rundfunk in seinem regionalen ARD-Fenster zum ersten Mal Reklame: Liesl Karlstadt und Beppo Brehm warben für ein Waschmittel: "Der gebildete Mensch sagt nur Persil."

Fachdienst medienDemokratisches Sicherungssystem

Irrtümer verbreiten, Gerüchte streuen, Falschmeldungen lancieren, Lügen in die Welt setzen - jede Alltagssprache der Welt kennt Ausdrücke, die eindeutig benennen, was heute gern undifferenziert in den Topf Fake News geworfen wird. Dahinter verbirgt sich eine neue Art Strukturwandel der Öffentlichkeit. Fake News können sich in blitzartig anschwellender Zahl verbreiten, weil soziale Medien technisch eine Massenkommunikation ohne professionelle Gatekeeper ermöglichen.

Fachdienst medienDer aktive Rezipient

Immer zahlreicher werden die Angebote von Audios im Internet, immer neue Verbreitungsmöglichkeiten werden von den Rundfunkanstalten erschlossen. Viele entwickeln sich zu multimedialen Unternehmen, die sich als Content-Produzenten für verschiedene Ausspielwege verstehen. Der Hörer wird dabei als Medienkonsument wahrgenommen, der sich aus den diversen Angeboten das für ihn gerade passend erscheinende zusammensucht. Und falls er das nicht selbst tun möchte, besorgt es ein Algorithmus für ihn. Im personalisierten Radio wird die Zukunft vermutet.

Fachdienst medienDer Biss ist weg. Relaunch beim "Perfekten Dinner"

Die Kamera zeigt einen Teller, auf dem undefinierbare Häufchen angerichtet sind. Der Sprecher aus dem Off kommentiert: "Es ist vielleicht kein Meilenstein in der Vorspeisen-Dekorationsgeschichte.

Fachdienst medienDer Mann von gestern. Mit Trump zieht der Stammtisch ins Weiße Haus

Das Entsetzen unter uns Medienmenschen über den Ausgang der Wahl in den USA ist groß: Da hat jemand gewonnen, der aus einer Reality Show kommt, ein Typ wie hier in Deutschland Dieter Bohlen: ein Rüpel, den viele Leute mögen, weil er sagt, was er denkt, der sagt, was ihm durch die Rübe rauscht, und dabei munter gegen alle Spielregeln der political correctness verstößt. Wissend, dass solche die Sprache betreffenden Spielregeln und die dahinter stehenden Überzeugungen vielen Menschen auf die Nerven gehen.

Fachdienst medienDer Staat und die Macht

Wir könnten es uns jetzt ganz einfach machen. Vor einem Dreivierteljahr haben wir uns an dieser Stelle kritisch mit der Neuzusammensetzung des ZDF-Fernsehrats auseinandergesetzt. Die Bilanz lautete: Trotz der offiziellen Senkung der Staatsquote auf ein Drittel gibt es wenig Staatsferne, stattdessen sitzen weiterhin jede Menge Minister, Staatssekretäre und politische Beamte in dem Gremium - die üblichen Verdächtigen aus den Strippenzieherrunden der Rundfunkkommission (epd 24/16).

Fachdienst medienDer subjektive Faktor

Der Bildungs- und Informationsauftrag, den hierzulande vor allem die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten erfüllen sollen und - wie die Kritik immer wieder anmerkt - häufig verfehlen, ist in seiner besonderen Variante "Nachrichten" oder "News" bei allen Fernsehmachern, auch bei den kommerziellen, wirksam. Fernseh- und Hörfunksender, die von Werbeeinnahmen leben und deshalb vorwiegend Unterhaltung senden, möchten nicht, dass ihr Publikum zur vollen Stunde umschaltet, um woanders zu erfahren, was es Neues gibt.

Fachdienst medienDer Verrat

Alexander Costea gelingt in seinem Debütfilm ein dramaturgischer Geniestreich. Zwei Männer stehen im Mittelpunkt der Geschichte nach einem wahren Fall. Eine Mordermittlung gibt den Anlass, aber nicht den Grund für die Freundschaftsgeschichte zweier Außenseiter, von der "Die Maßnahme" handelt. Einer, Werner Seiler, ist ein kleinstadtbekannter Sonderling. Auf dem geerbten, verwahrlosten Hof lebt er am Rand der Gesellschaft. Strähnige Haare verdecken seine Physiognomie, ein Pullover aus der Kleiderspende und eine ausgebeulte Jogginghose seinen Körper.

Fachdienst medienDer Welterklärer. Die Karten des Jean-Christophe Victor

"Hic sunt leones." - "Hier sind Löwen", mit diesen Worten kennzeichneten Kartographen im späten Mittelalter und in der Renaissance unerforschte Gebiete. Um ihre Aussage zu illustrieren, zeichneten sie dort Drachen und Seeungeheuer ein. Heute, im Zeitalter von Satelliten, Global Positioning Systems und Google Maps, gibt es keine unerforschten Gebiete mehr - sollte man meinen. Doch Karten als Abbildungen der Welt üben auf viele nach wie vor eine große Faszination aus.

Fachdienst medienDie Gatekeeper sind da

"Eine Schatztruhe für Psychologen": So nennt die AfD Funk. Das öffentlich-rechtliche Jugendangebot diffamiere das bürgerliche Lager auf abstoßende Weise, kritisierte der rheinland-pfälzische Abgeordnete Joachim Paul jüngst in einer Debatte im Mainzer Landtag (epd 48/16). Als Schatztruhe dürften die öffentlich-rechtlichen Mutterhäuser Funk ebenfalls betrachten. Allerdings als Schatztruhe für Programminnovation, mit der man die junge Zielgruppe endlich locken kann. Das ist die Verheißung.

Fachdienst medienDie Gatekeeper sind da

"Eine Schatztruhe für Psychologen": So nennt die AfD Funk. Das öffentlich-rechtliche Jugendangebot diffamiere das bürgerliche Lager auf abstoßende Weise, kritisierte der rheinland-pfälzische Abgeordnete Joachim Paul jüngst in einer Debatte im Mainzer Landtag (epd 48/16). Als Schatztruhe dürften die öffentlich-rechtlichen Mutterhäuser Funk ebenfalls betrachten. Allerdings als Schatztruhe für Programminnovation, mit der man die junge Zielgruppe endlich locken kann. Das ist die Verheißung.

Fachdienst medienDie Goldschürfer. Eine Tagung zum Datenjournalismus in Berlin

Daten waren schon immer der Rohstoff des Journalismus: Journalisten recherchieren Fakten, also Daten, sie analysieren Statistiken und andere umfangreiche Dokumente, die viele Daten enthalten, und bereiten die relevantesten Informationen so auf, dass sie möglichst viele Nutzer finden. Doch die Datenmengen, die Journalisten verarbeiten müssen, werden immer größer.

Fachdienst medienDie Höhle der Löwinnen

Der Titel dieses Bodensee-Tatorts hört sich so an, als habe da jemand was verwechselt, denn er müsste heißen: "Wofür es sich zu töten lohnt." Es ist ein Fall von Selbstjustiz, bei dem Klara Blum (Eva Mattes) ein letztes Mal ermittelt. Die Ärmste hat's am Herzen, der Arzt rät zum Kürzertreten, und Klara macht es so, wie es die abgeklärten Cops, ob Männer oder Frauen, immer machen: Sie schert sich nicht drum. Gegenüber ihrem langjährigen Kollegen, Hauptkommissar Perlmann (Sebastian Bezzel), tut sie so, als wäre nichts.

Fachdienst medienDie Kuh kennt den Mörder

Wenn man die Serien mitzählt, zeigt das Fernsehen jedes Jahr Hunderte von Krimis, da lässt es sich kaum vermeiden, dass Freunde des Genres immer wieder mal Parallelen entdecken. Das gilt auch für den Auftakt zur mutmaßlich neuen ZDF-Reihe "Mordkommission Königswinkel". Schon die Konstellation der Ermittler erinnert an zwei ARD-Sonntagskrimis: Hauptkommissarin Julia Bachleitner (Lavinia Wilson) soll ihren Partner überwachen, weil der angeblich Kontakte zum organisierten Verbrechen hat - genauso begannen 2010 der "Polizeiruf" aus Rostock und 2015 der neue "Tatort" aus Berlin.

Fachdienst medienDigitalradio-Plan ohne Datum für UKW-Abschaltung

Die Bundesregierung hat einen Aktionsplan für den Umstieg auf die digitale Radioverbreitung vorgelegt. In dem Papier des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird kein Abschaltdatum für die Verbreitung von Radio über UKW festgelegt (http://u.epd.de/qpd). Die Medienstaatssekretärin des Landes Rheinland-Pfalz, Heike Raab (SPD), begrüßte den Plan. Sie bedauere jedoch, dass einige Privatradios die Schritte nicht mittragen wollten, sagte die Koordinatorin der Medienpolitik der Länder am 21. Februar dem epd.

Fachdienst medienDoppelt gelungen. Das neue Magazin "Süddeutsche Zeitung Familie"

Ungläubig starrt der Fünfjährige auf den gelben Kasten mit Tür. "Eine Art Riesenhandy zum Reinstellen", klärt der dazugehörige Artikel im Magazin "Süddeutsche Zeitung Familie" auf. Weiter geht es mit Scherzanrufen bei Herrn Kotze, Freude über Wechselgeld im Münzfach und dem Geruch nach kaltem Rauch und Pipi. Das Kind beschäftigt sich eine ganze halbe Stunde mit der Doppelseite "Endlich verstehen: Telefonzellen".

Fachdienst medienDuMont will Mantelteile nicht von anderen Verlagen beziehen

Die DuMont Mediengruppe will die Mantelteile ihrer Tageszeitungen nicht von anderen Verlagen beziehen. "Wir haben mehrfach deutlich betont, dass unsere eigene DuMont-Hauptstadtredaktion nicht zur Disposition steht", sagte ein Unternehmenssprecher am 17. Oktober dem epd in Köln. Er dementierte damit Medienberichte, wonach DuMont Angebote der Funke Mediengruppe und des Madsack-Konzerns für eine Mantelzulieferung in Betracht ziehe. DuMont gibt unter anderem den "Kölner Stadt-Anzeiger" und die "Berliner Zeitung" heraus.

Fachdienst medienEin Alptraum

"Kinder können einem das ganze Leben versauen." Dieser bittere Satz stammt zwar aus einem anderen Film, wäre hier aber auch nicht ganz falsch, wenn man denn etwas präzisierte: Kinder und Eltern können sich das Leben sehr gründlich versauen.

Fachdienst medienEin Hoch aufs Sommerloch. "Tatort Classics" im RBB

Wenn das Erste sonntags um 20.15 Uhr nur noch Wiederholungen sendet und die Dritten uralte "Tatort"-Folgen in der x-ten Wiederholung zeigen: Dann ist Sommerloch. Das Wiedersehen etwa mit den alten Kressin- oder Schimanski-Filmen des WDR ist zwar meistens ein Vergnügen, aber der Begriff "Archivschätze" ist dennoch mit Vorsicht zu genießen. Bei den 14 "Tatort Classics", mit denen der RBB die Krimifans ab dem 26. Juni montags um 22.15 Uhr erfreut, ist das Prädikat angebracht: Die Filme sind so gut wie neu, zumindest in technischer Hinsicht.

Fachdienst medienErdogan zählt jetzt auch zu den "Feinden der Pressefreiheit"

Inmitten seines harten Vorgehens gegen Journalisten und Medien ist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zu einem der "Feinde der Pressefreiheit" erklärt worden. Die am 2. November von Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlichte aktualisierte Liste umfasst 35 Staats- und Regierungschefs, Extremisten- und Verbrecherorganisationen sowie Geheimdienste. Anlass ist der Welttag gegen Straflosigkeit für Verbrechen gegen Journalisten.

Fachdienst medienErmittlungsverfahren gegen Böhmermann eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Mainz hat das Ermittlungsverfahren gegen den Fernsehmoderator Jan Böhmermann wegen dessen Erdogan-Schmähgedicht eingestellt. Strafbare Handlungen seien dem Satiriker "nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachzuweisen", teilte die Leitende Oberstaatsanwältin Andrea Keller am 4. Oktober mit. Insbesondere sei nicht nachweisbar, dass der Moderator den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan ernsthaft herabwürdigen wollte.

Fachdienst medienEs geht sich aus

Auch wenn sie keineswegs so gut war, die alte Zeit, wie sie in nostalgischer Erinnerung gern beschworen wird: als schwelgerisch ausstaffierte Rückschau ist sie nicht totzukriegen. Mit prächtigen Kostümen, komplizierten Frisuren, historischen Requisiten, feinen Manieren, melodramatischen Romanzen und außerehelich gezeugten Kindern wird die "gute alte Zeit", speziell beim ZDF, mit Hingabe als "Event" vermarktet.

Fachdienst medienEs werde Funk. Das neue Jugendangebot macht Lust auf mehr

Als die Vorbereitungen begannen, war Facebook gerade erst im Kommen. Webvideo und Fernsehen trennten noch Welten. Nach sechs Jahren voller medienpolitischer Verrenkungen ist das öffentlich-rechtliche Jugendangebot nun gestartet. Endlich. "Funk" - ein Name, der schön retro und selbstironisch klingt und damit das Lebensgefühl der Zielgruppe trifft. Aber gleichzeitig die Kuriosität vor Augen führt, dass wir im digitalen Zeitalter immer noch vom "Rundfunk" sprechen.

Fachdienst medienEU-Abgeordnete für höhere Europa-Quote bei Streamingdiensten

Netflix und andere Videostreaming-Anbieter sollen nach dem Willen führender Europaabgeordneter künftig mindestens 30 Prozent für Filme aus Europa vorhalten. Die Quote würde für Sendungen im Angebot von Video-on-Demand-Diensten gelten, wie die SPD-Parlamentarierin Petra Kammerevert am 26. September in Brüssel mitteilte. Generell sei eine Quote "als Sicherungsnetz" für europäische Kultur- und Filmschaffende "existenziell wichtig".

Fachdienst medienEU-Kommission erlaubt reduzierte Mehrwertsteuer für Online-Medien

Die EU-Kommission will es den Mitgliedsstaaten freistellen, die Mehrwertsteuer für digitalen Presseangebote zu senken. Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Printmedien darf künftig auch auf digitale Angebote ausgeweitet werden, wie die Kommission am 1. Dezember in Brüssel mitteilte. Damit könnte die Mehrwertsteuer auf digitale Medienangebote in Deutschland sinken. Die deutschen Buch- und Presseverleger und die Bundesregierung hatten die Anpassung schon lange gefordert (epd 16/16).

Fachdienst medienEutelsat muss kurdische Fernsehsender wieder ausstrahlen

Der französische Fernsehsatellitenbetreiber Eutelsat muss die beiden kurdischsprachigen Fernsehsender Med Nuce TV und Newroz TV wieder ausstrahlen. Das beschloss das Pariser Handelsgericht (Tribunal de Commerce de Paris) am 15. und 17. November. Eutelsat hatte auf Veranlassung des Türkischen Rundfunkrates (RTÜK) den in Kurdisch und Türkisch sendenden Kanal Med Nuce TV am 3. Oktober und den in Kurdisch und Persisch sendenden Kanal Newroz TV am 11. Oktober vom Satelliten genommen.

Fachdienst medienExil oder Gefängnis

Eine nüchterne Excel-Tabelle, 155 Namen in der ersten Spalte. In der zweiten Spalte heißt es nur lapidar: davor oder danach. Die dritte: Grund der Untersuchung. Weitere Spalten mit Nummern, Erklärungen, "Putsch" oder "Nicht-Putsch". Menschliche Schicksale. Es ist die Liste inhaftierter Medienvertreter, die die Aktivisten der türkischen Medienplattform P24 zusammengetragen haben. Journalisten, Medienunternehmer, Redaktionsmitarbeiter, die in der Türkei im Gefängnis sitzen. Auch Deniz Yücel steht darauf, der "Welt"-Korrespondent.

Fachdienst medienExperte: Keine Gefahr durch Soziale Medien für den Wahlkampf

Nach Ansicht von Uwe Hasebrink, Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung, können Facebook-Algorithmen schädlich für gesellschaftliche Debatten werden. Die Algorithmen, die eigentlich auf individuelles Konsumverhalten optimiert sind, werden auch im politischen Bereich angewendet. "Bei unseren Hobbys und Lieblingsthemen mögen wir diesen Service dankend annehmen, bei der öffentlichen Meinungsbildung ist das jedoch ungeeignet", sagte Hasebrink dem Evangelischen Pressedienst (epd). Eine Gefahr durch Social Media sieht er für den Bundestagswahlkampf jedoch nicht.

Fachdienst medienFakten und Fiktionen. Geschichte in Film und Fernsehen

Schüsse hallen durch den Raum, das Poltern von Soldatenstiefeln ist zu hören: Über eine Leinwand flackern Ausschnitte aus dem US-Mehrteiler "Holocaust". 1979 lief er im westdeutschen Fernsehen, als einer der ersten Filme zum Thema überhaupt in Nachkriegsdeutschland. In der ersten Woche nach der Ausstrahlung bekam der Sender 20.000 Zuschauerzuschriften, protokolliert auf gelben und grünen Karteikarten. "Unser Junge hat sehr geweint. Seine Frage: Warum hat keiner etwas getan?", ist dort zu lesen, oder: "Wir haben nicht gewußt, was damals passiert ist."

Fachdienst medienFall Böhmermann: Regierung gibt Auskunft zu interner Bewertung

Im Streit über die "Schmähkritik" des ZDF-Satirikers Jan Böhmermann auf den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan mauert die Bundesregierung weiter: Auch nach einem Gerichtsurteil äußert sich das zuständige Auswärtige Amt nicht inhaltlich dazu, ob und warum es das Gedicht in einer regierungsinternen juristischen Bewertung für strafbar hielt. In einer Auskunft an den Berliner "Tagesspiegel", die dem epd vorliegt, wird in diesem Zusammenhang lediglich mehrfach auf die Einschätzung verwiesen, dass die Prüfung Aufgabe der deutschen Gerichte sei.

Fachdienst medienFalschmeldungen zum NPD-Urteil sorgen kurzzeitig für Verwirrung

Falschmeldungen zum NPD-Urteil des Bundesverfassungsgerichts haben am 17. Januar kurzzeitig für Verwirrung gesorgt. Noch vor dem Verlesen des Urteils in Karlsruhe verbreiteten mehrere Medien Eilmeldungen, dass die rechtsextreme NPD verboten worden sei. So meldeten etwa "Spiegel Online", das Erste, Phoenix, "Zeit Online", die "Frankfurter Rundschau" und die "Neue Zürcher Zeitung" das angebliche NPD-Verbot. Wenig später folgten Korrekturen, dass kein Verbot ergangen sei, und Entschuldigungen der Redaktionen bei den Lesern (vgl. auch Tagebuch in dieser Ausgabe).

Fachdienst medienFieberhafte Suche

Zielfahnder, die Grenzen überschreiten, um einen in Deutschland aus dem Gefängnis ausgebrochenen rumänischen Gewaltverbrecher zu verhaften, in einem Thriller, der in seiner dynamischen Wucht und dramaturgischen Vielgestaltigkeit die Grenzen der meisten deutschen Fernsehkrimis überschreitet: Sechs Jahre nach ihrer Zusammenarbeit in der überragenden Miniserie "Im Angesicht des Verbrechens" zeigen Dominik Graf und sein Drehbuchautor Rolf Basedow, dass es in der globalisierten Welt der Verbrechensbekämpfung ganz anders zugeht als in der von Deutschen bevölkerten, übersichtlichen Postkarte

Fachdienst medienFinnland verliert Spitzenplatz in Rangliste der Pressefreiheit

Die Lage für Journalisten hat sich nach Analysen von Reporter ohne Grenzen (ROG) im vergangenen Jahr weltweit verschlechtert. Besonders erschreckend sei es, dass auch Demokratien immer stärker unabhängige Medien und Journalisten einschränkten, erklärte die deutsche Sektion der Journalistenorganisation am 26. April zur Vorstellung ihrer "Rangliste der Pressefreiheit 2017". In Ländern wie den USA, Polen und Großbritannien trügen Spitzenpolitiker ihre Geringschätzung gegenüber Journalisten offen zur Schau.

Fachdienst medienFrau über Bord

So ein großes Segelschulschiff ist ein schöner Anblick - sieht irgendwie nach der "guten alten Zeit" aus, nach Romantik und nach dem leichten Lebensgefühl der Becks-Bierwerbung. Entsprechend schockiert war die Nation, als im September 2008 auf der "Gorch Fock" eine junge Frau unter ungeklärten Umständen über Bord ging und zu Tode kam. Von wegen "sail away, you can fly"! Illusionen waren geplatzt - und wo starke Emotionen sind, ist die Idee, "da müsste man doch einen Fernsehfilm draus machen", nie weit.

Fachdienst medienFunke-Miteigner Holthoff-Pförtner neuer Medienminister in NRW

Der Präsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Stephan Holthoff-Pförtner, wechselt in die nordrhein-westfälische Landespolitik. Der 68-jährige Essener Rechtsanwalt und Mitgesellschafter der Funke Mediengruppe wird Europa- und Medienminister im schwarz-gelben Kabinett von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), wie der VDZ am 29. Juni in Berlin mitteilte. Der Verlegerverband will bei seiner Delegiertenversammlung im November einen neuen Präsidenten wählen.

Fachdienst medienGeistige Notwehr

Vor 16 Jahren kamen Hassan Geuad und sein Bruder Muhammed aus dem Irak nach Deutschland. Heute studiert der inzwischen 30-jährige Hassan in Düsseldorf Medienwissenschaft und ist als Urheber des crossmedialen Projekts "12thMemoRise" zum Feindbild der islamischen und islamistischen Community geworden. Dabei betreibt er nur eine Art geistiger Notwehr.

Fachdienst medienGlänzende Komödie

Verblichen ist nicht nur der Divenglanz, der einst Anneliese Behrens' (Hannelore Elsner) Aura ausmachte, aus der Mode gekommen wirkt auch der opulente Pelz, den der einstige Opernstar nie ablegt. Für ihr hohes C in der "Zauberflöte" einst bewundert, war sie immer mehr "Königin der Nacht" für ihr Publikum als der mütterliche Typ, der Einschlaflieder für die einzige Tochter sang. Die häusliche Bühne war ihr immer zu klein. Dass es mit der Grandezza nach der Zwangsräumung ihrer Wohnung aus ist, passt nicht in ihr Weltbild.

Fachdienst medienGoogle weist Vorwurf des Marktmissbrauchs erneut zurück

Google hat erneut den Vorwurf der EU-Kommission zurückgewiesen, mit dem Dienst Google Shopping werde der Wettbewerb zwischen Internet-Preisvergleichsseiten beeinträchtigt. Auch das neue Schreiben der Kommission vom Juli passe nicht zu der Realität des Online-Shoppings der meisten Menschen, erklärte der Chefsyndikus des Internetkonzerns, Kent Walker, am 3. November im Google-Blog. Der Google-Service sei hilfreich für Nutzer und Verkäufer.

Fachdienst medienGriechenland: Nationale Fernsehlizenz neu vergeben

In Griechenland wurde die Vergabe der vier Lizenzen für die nationale Verbreitung von Privatfernsehen zum Teil revidiert. Zum neuen Gewinner der vierten Lizenz erklärte die griechische Regierung am 30. September den griechisch-russischen Geschäftsmann Ivan Savvidis. Zuvor hatte der Bauunternehmer Ioannis Kalogritsas seine Lizenz zurückgegeben, weil er die erforderliche erste Rate in Höhe von 17,5 Millionen Euro nicht pünktlich zahlen konnte.

Fachdienst medienGriechenland: Zeitungen droht Schließung

Die griechischen Zeitungen "Ta Nea" und "To Vima" können trotz finanzieller Schwierigkeiten vorerst weiter erscheinen. Ein Athener Gericht gab am 13. Februar ein Bankkonto der griechischen Lambrakis-Mediengruppe (DOL) auf Antrag von Mitarbeitern wieder frei. Die 500 Mitarbeiter können damit nach sieben Monaten wieder bezahlt werden. Mehrere Ausgaben der Zeitungen konnten nicht erscheinen.

Fachdienst medienGroßbritannien: BBC erhält neues Steuerungsgremium

Die britische Regierung hat die neue BBC-Charter veröffentlicht, die am 1. Januar in Kraft getreten ist. Die Royal Charter ist das Gesetz, auf dem die Finanzierung und Organisation der BBC beruht. Die Steuerung des Senders wird demnach künftig bei einem "BBC Board" liegen und nicht mehr beim BBC Trust. Das neue Gremium wird aus 14 Mitgliedern bestehen. Neun Mitglieder bestimmt die BBC, die restlichen Mitglieder sollen von der Regierung benannt werden.

Fachdienst medienGroßbritannien: BBC und ITV gewinnen Marktanteile

Im Sportgroßereignisjahr 2016 waren BBC und ITV nach Angaben des Forschungsdienstes Barb die Gewinner auf dem britischen Fernsehmarkt. BBC und ITV zeigten gemeinsam die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich, die BBC allein die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro. Verlierer waren 2016 die unter "others" zusammengefassten digitalen Spartenkanäle.

Fachdienst medienGroßbritannien: David Clementi wird BBC-Vorsitzender

Der frühere Bankier David Clementi wird Vorsitzender des neuen Steuerungsgremiums der BBC. Der 67-Jährige tritt sein Amt als Chef des "BBC Boards" Anfang April 2017 an. Dann treten auch andere Veränderungen der Aufsicht und Leitung der BBC in Kraft. Sie waren mit der neuen Royal Charter, die seit dem 1. Januar 2017 gilt, festgelegt worden (epd 1/17).

Fachdienst medienGute Nacht, Domian. Und Dankeschön fürs Zuhören

Ihm sei nichts Menschliches fremd, er mache das auch im Internet und man kenne ihn aus dem Fernsehen. So kündigte unlängst Bettina Tiedjen ihren Talkgast, den Fernseharzt Johannes Wimmer, an. Dessen wachsende Popularität beruht nicht zuletzt auf der Tatsache, dass die Menschen sich oft genieren, mit ihren Wehwehchen zum Facharzt zu gehen, sondern sich erst einmal als Google-Patienten anonym mit ihren Leiden beschäftigen. "Vor allem nachts um drei", so Wimmer, schnelle die Klickrate erfahrungsgemäß nach oben.

Fachdienst medienHansemann klopft. Die "Lindenstraße" als deutsches "Breaking Bad"

Endlich ist es da, das deutsche "Breaking Bad". Nach langen Jahren des Wartens hat es sich klammheimlich auf den Fernsehbildschirm geschlichen, was vermutlich der Grund dafür ist, dass es bisher niemand bemerkt zu haben scheint. Die Parallelen sind jedoch so zahlreich, dass es jetzt mal ausgesprochen werden muss: Die "Lindenstraße" ist zum deutschen "Breaking Bad" mutiert.

Fachdienst medienHaymatpresse. Das deutsch-türkische Onlineportal "taz.gazete"

Unter den vielen deutschen Wörtern, die auch in anderen Sprachen ein Zuhause gefunden haben, findet sich "Haymatloz". Im Türkischen wurde das Wort zum Synonym für die Einwanderer aus Deutschland, die während der Zeit der Nationalsozialisten ins Land gekommen waren. Eine Diaspora aus Intellektuellen, viele jüdischer Herkunft. Im vergangenen Jahr begab sich die Filmemacherin Eren Önsöz in "Haymatloz – Exil in der Türkei" auf die Suche nach den Nachfahren jener Exilanten, 2015 erzählte Feridun Zaimoglu in seinem großartigen Roman "Siebentürmeviertel" aus dieser Zeit.

Fachdienst medienHerdentrieb. Die sinnlosen Spekulationen über ein Trump-Impeachment

Die US-Medien wollten es während des Wahlkampfs nicht für möglich halten, dass jemand wie Donald Trump Präsident werden kann. Es folgten Spott und Schuldbekenntnisse. Doch nun gibt es Anzeichen einer zweiten medialen Stampede: Die Herde lässt sich locken von der Annahme, der überforderte Mann mit Hang zum Autokratischen werde sich nicht halten im Weißen Haus. Oft ist sogar die Rede von einem "Echo von Watergate".

Fachdienst medienHilfreiche Nervensäge

Von Pressetexten und Interviews mit den Beteiligten an einer Produktion ist bekanntlich nichts anderes zu erwarten als hymnisches Eigenlob und enthusiastische Bekundungen über die beglückende Erfahrung der Zusammenarbeit.

Fachdienst medienHören und Sehen

Kein Bild, keine Klickzahlen - ohne visuelle Reize läuft kaum noch was im medialen Alltag. Vor allem online nehmen Zahl wie auch Bedeutung von Bildinhalten immer weiter zu. Fotos und vor allem Videos entscheiden, welche Inhalte beachtet werden - und welche in der Flut digitaler Informationen untergehen. Ein Problem für das Radio?

Fachdienst medienHorror-Trip

Das Rezept klingt simpel: Man nehme den Titel der ersten Folge, nenne die 1000. Folge ebenso und nehme sie einfach wörtlich. Der Jubiläums-"Tatort: Taxi nach Leipzig" erzählt von einer - unfreiwilligen - Taxifahrt nach Leipzig. Verglichen mit dem Ballyhoo, das die ARD im Vorfeld auf allen Kanälen betrieb, erscheint dieser Ansatz allerdings geradezu sympathisch, denn das Bestehen der 46 Jahre alten ARD-Krimireihe wird hier in kleinem Rahmen gefeiert: Als nächtliches Roadmovie und Kammerspiel mit drei Protagonisten auf engstem Raum.

Fachdienst medienIch und der Holocaust. Erinnerungskultur im Wandel

In diesen Tagen, rund um den Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, häufen sich die Erinnerungsstücke im Fernsehen. Arte ist standesgemäß mit einem Themenabend dabei, 3sat mit zwei einschlägigen Filmen, die Dritten Programme mit spät platzierten Einzelstücken. ARD und ZDF haben was anderes vor. Nachrichtlich ist die Angelegenheit in die Empörung über Björn Höckes geschichtsrevisionistische Forderung gerutscht, man solle die Erinnerungskultur um 180 Grad umkehren, was dann ja logischerweise heißen muss, nicht der Opfer der Nazis zu gedenken, sondern der Nazis.

Fachdienst medienIm Innern des Atompilzes. Was "Twin Peaks 3" uns erzählt

Das ist nicht mehr Fernsehen. Das ist auch nicht Kino. Das ist transzendierende Experimentalkunst, was David Lynch uns nach zehn Jahren Regie-Abstinenz mit "Twin Peaks - The Return" vorsetzt. Vor allem gilt das für Folge acht der dritten Serienstaffel, die 25 Jahre nach den ersten beiden Staffeln vom US-Bezahlsender Showtime produziert wurde.

Fachdienst medienIm Strudel der Kritik. Schweighöfers "You are wanted"

Die ersten Sekunden haben es in sich: An der verschlossenen Wohnungstür rüttelt es, drinnen zerstört ein Mann seinen Computer mit Hilfe einer Bohrmaschine und setzt ihn anschließend in Brand, bevor er selbst von lodernden Flammen erfasst aus dem Fenster des grauen Berliner Hochhauses stürzt.

Fachdienst medienIndianer weinen doch

Es ist bemerkenswert, mit welcher Verve der Privatsender RTL zurzeit olle Kamellen ausgräbt. Unter dem neu belebten Sendernamen RTLplus werden verstaubte Formate wiederbelebt, vom "Glücksrad" bis zum "Großen TV Roman". Im Hauptprogramm wird "Der heiße Stuhl" aus dem Fundus geholt, und bei RTL Nitro erlaubt man sich den Spaß, die Show "Tutti Frutti" erneut aufzulegen. Zurück in die eigene Vergangenheit der 1980er und 90er Jahre. Fernsehen auf Wiedervorlage.

Fachdienst medienInterner ARD-Bericht: Buhrow ist bestbezahlter Intendant

WDR-Intendant Tom Buhrow erhält von allen ARD-Intendanten die höchsten Bezüge. Wie aus der Anlage zu einem internen Bericht der ARD-Anstalten hervorgeht, erhielt Buhrow im vergangenen Jahr 399.000 Euro brutto. An zweiter Stelle steht BR-Intendant Ulrich Wilhelm, er bezog im vergangenen Jahr 367.000 Euro. Laut Anlage, die dem epd vorliegt, verzichtete Wilhelm seit Amtsantritt auf sämtliche Bezüge und Aufwandsentschädigungen für die Mandate bei den BR-Tochterfirmen.

Fachdienst medienIsrael: Neuer öffentlich-rechtlicher Rundfunksender IPBC gestartet

In Israel hat der neu gegründete öffentlich-rechtliche Rundfunksender Israeli Public Broadcasting Corporation (IPBC) am 15. Mai seinen Sendebetrieb aufgenommen. Der auch unter dem Markennamen Kan (hebräisch für "hier") fungierende Sender löst die bisherige öffentliche Rundfunkanstalt Israel Broadcasting Authority (IBA) ab. Dem Start gingen mehrjährige Auseinandersetzungen voraus, die immer wieder zu Verzögerungen führten und zeitweise auch das Projekt gänzlich infrage stellten (epd 11/14, 48/16, 18/17).

Fachdienst medienJurist: Kurzberichterstattungsrecht bei Olympia kaum durchsetzbar

ARD und ZDF müssen bei den Olympischen Spielen 2018 bis 2024 auch um die Rechte für die Kurzberichterstattung etwa in Nachrichtensendungen bangen. Nach Einschätzung des Frankfurter Sportrechtsexperten Stephan Dittl könnte es sein, dass die Öffentlich-Rechtlichen von den Olympischen Spielen trotz des gesetzlichen Kurzberichterstattungsrechts keine einzige Sekunde Bewegtbild senden dürfen. "Das liegt vor allem daran, dass die Olympischen Spiele eben nicht in Deutschland stattfinden", sagte Dittl am 22. Dezember dem epd.

Fachdienst medienKabinett bringt Gesetz gegen Hetze im Internet auf den Weg

Das Bundeskabinett hat am 5. April das Gesetz gegen Hasskriminalität in sozialen Netzwerken auf den Weg gebracht. Der Entwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) verpflichtet Unternehmen wie Facebook, gegen Straftaten wie Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung, Volksverhetzung und Bedrohung stärker als bislang vorzugehen (epd 11/17). Bei Nichtbeachtung der neuen Regeln drohen dem Entwurf zufolge Bußgelder in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro. Journalistenorganisationen und Verlegerverbände kritisierten die Gesetzespläne.

Fachdienst medienKein Kinderwunsch

Die Sache mit dem punktierten Kondom ist für Anna (Franziska Weisz) dann doch zu viel. Ein Betrugskondom in Philipps Tasche zum Zweck, sie heimlich und gegen ihren Wunsch zu schwängern. Der ultimative Vertrauensbruch. Ihm (Felix Klare) war schon unwohl dabei, sie zu hintergehen, also wollte er mit schlechtem Gewissen, aber neuerdings kaum zu stoppendem Fortpflanzungsbegehr das Schicksal die Entscheidung treffen lassen. Zwei Kondome zur Auswahl, eins in goldener Verpackung, intakt.

Fachdienst medienKiffen beim Kakao

Hat dieser Mann ein Pech! Der Wiener Kriminalpsychologe Richard Brock (Heino Ferch) auf den "Spuren des Bösen" hat die ZDF/ORF-Dauerkarte fürs ganz große Unglück gezogen. Erst bringt sich seine Frau um. Einmal erstickt er fast bei einem Wohnungsbrand. Er wird von einem Irren gestalkt. Und jetzt ersticht er, als er Nothilfe für ein bedrohtes Callgirl (Marvie Hörbiger) leistet, einen ihm anvertrauten Schizophrenen. Wegen des Verdachts der "Notwehrüberschreitung" kommt er in den Knast.

Fachdienst medienKlabautermann fürs Narrenschiff

Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten war der Realitätscheck der gesellschaftlichen und medialen Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika. Demokratie und Zivilgesellschaft erwiesen sich als schwach gegen Hetze und Demagogie mit Trend zum Autokratischen. Trumps Wähler wussten, für wen sie da stimmten. Die Menschen driften auseinander in ihre eigenen Welten. Das fing nicht mit dem Wahlkampf an und wird sich auch nicht so schnell ändern.

Fachdienst medienKontroverse über US-Studie zu Trump-Berichterstattung

Eine Studie des Shorenstein-Centers der US-amerikanischen Harvard-Universität über die Medienberichterstattung zu Donald Trump hat für eine Kontroverse gesorgt. Während sich konservative Medien in ihrer Kritik an liberalen Elitemedien bestätigt sehen, verweisen andere auf Schwachstellen der Untersuchung, darunter auch die ARD.

Fachdienst medienLänder starten Konsultationen zu Staatsvertragsänderungen

Die Rundfunkkommission der Bundesländer hat Konsultationsverfahren zu geplanten Änderungen in rundfunkrechtlichen Staatsverträgen gestartet. Dabei gehe es um Anpassungen des öffentlich-rechtlichen Telemedienauftrags, die Stärkung der Zusammenarbeit von ARD, ZDF und Deutschlandradio sowie die Umsetzung der europäischen Datenschutzgrundverordnung, teilte die rheinland-pfälzische Medienstaatssekretärin Heike Raab (SPD) am 2. Juni mit.

Fachdienst medienLeben gegen Leben

So einen schicken Saal dürfte es in keinem deutschen Gericht geben: Glatte Sichtbetonwände, edle schwarze Eames-Stühle, durch die raumhohen Fenster ist nicht weit entfernt der Reichstag zu sehen: Schon das überhöhende Setting des ARD-Films "Terror" macht klar, dass es hier ums Ganze geht. Um die Werte der Republik, um das Grundgesetz. Es geht, wie die Staatsanwältin (gespielt von Martina Gedeck) erläutert, um die Menschenwürde.

Fachdienst medienLobbycontrol: Holthoff-Pförtner als Medienminister "fragwürdig"

Die Organisation Lobbycontrol betrachtet den Wechsel von Medienunternehmer Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) in das Amt des Medienministers von Nordrhein-Westfalen mit Sorge. "Es ist eine fragwürdige Entscheidung, wenn die neue Landesregierung mit Stephan Holthoff-Pförtner einen früheren Medienlobbyisten und Medienunternehmer zum Medienminister macht", sagte eine Sprecherin des gemeinnützigen Vereins am 7. Juli dem epd. Der 68 Jahre alte Essener Rechtsanwalt und Mitgesellschafter der Funke Mediengruppe ist seit dem 30.

Fachdienst medienLügen und lügen lassen

Im April läuft in der US-Hauptstadt Washington gewöhnlich das "White House Correspondents' Dinner", bei dem die allererste Sahne aus Medien, Politik und Hollywood und sonstige befrackte und abendkleidbekleidete Eliten zusammenkommen - zu furchtbar klugen, geistreichen und witzigen Ansprachen. Der Präsident und die First Lady nehmen gewöhnlich teil. 2011 hatte Barack Obama den anwesenden Donald Trump verspottet, der bei seiner TV-Show "Celebrity Apprentice" Entscheidungen treffen müsse, die ihm, Obama, nachts den Schlaf rauben würden.

Fachdienst medienMakaberes Highlight

Die ersten Szenen könnten der Auftakt zu einem "Tatort" sein: Im schummrig beleuchteten Keller steht eine Kühltruhe, "Aufmachen!", dringt es dumpf heraus, man sieht die Beine eines Menschen, der auf die Truhe zugeht, dann dessen Hand, die den Deckel öffnet und den Blick freigibt auf eine in der Truhe liegende, bereits angefrorene, gefesselte Gestalt. Die Hand greift zu einem Schlauch, spritzt die Gestalt mit Wasser ab und macht den Deckel wieder zu.

Fachdienst medienMedia Broadcast trennt sich von UKW-Netz

Der Sendernetzbetreiber Media Broadcast trennt sich von seiner UKW-Sparte. Das Unternehmen werde bis Ende Juni 2018 seine analogen UKW-Antennen und -Sender verkaufen, wie es am 15. Februar in Köln mitteilte. Media Broadcast streitet sich schon länger mit der Bundesnetzagentur über die Höhe der Preise, die das Unternehmen für den UKW-Betrieb verlangen darf. Die Regulierungsbehörde hatte dem Unternehmen am 14. Februar vorläufig untersagt, bei einigen Radioveranstaltern neue Entgelte für die UKW-Übertragung einzuführen.

Fachdienst medienMedienanstalten beanstanden Gaming-Kanal "PietSmietTV"

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten hat den Online-Kanal "PietSmietTV" beanstandet. Das Angebot werde untersagt, wenn bis Ende April kein Zulassungsantrag vorliege, teilte die ZAK am 21. März in Berlin mit. Aus Sicht der Kommission erfüllt der Kanal die Kriterien, um als Rundfunkangebot zu gelten. "PietSmietTV" läuft auf der Plattform Twitch und zeigt überwiegend Gamer beim Spielen.

Fachdienst medienMedienaufsicht duldet Übertragung der Handball-WM im Internet

Die Deutsche Kreditbank (DKB) darf die anstehenden WM-Spiele der deutschen Handball-Nationalmannschaft trotz fehlender Sendelizenz im Internet übertragen. Die Ausstrahlung werde wegen der "besonderen und außergewöhnlichen Einzelfallsituation" geduldet, teilte die Geschäftsstelle der Landesmedienanstalten am 10. Januar in Berlin mit. Allerdings sei die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Meinung, dass das Angebot voraussichtlich als zulassungspflichtiger Rundfunk einzustufen sei. Die DKB hatte für ihre Livestream-Plattform keine Lizenz beantragt.

Fachdienst medienMedienrechtler fordern mehr Transparenz von ARD und ZDF

ARD und ZDF müssen nach Ansicht des Mainzer Medienrechtlers Dieter Dörr mehr Transparenz zeigen. Der Geist des ZDF-Urteils des Bundesverfassungsgerichts sei auch auf Intendantenebene noch nicht in allen Anstalten voll erfasst worden, sagte Dörr am 8. November bei einem Expertengespräch in Berlin. Transparenz solle nicht allein den Aufsichtsgremien gegenüber, sondern der Gesellschaft gegenüber geübt werden.

Fachdienst medienMehr als eine Pflichtübung

Pünktlich zum Jahrestag des Putsches hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan klar gestellt, dass er eine vom Parlament beschlossene Wiedereinführung der Todesstrafe bewilligen würde. Garniert hat Erdogan dies unter dem Jubel seiner Anhänger mit verbalen Gewaltfantasien: "Wir werden diesen Verrätern den Kopf abreißen." Im ZDF-"Heute-Journal" lautete die Übersetzung "abschlagen", was weniger martialisch klingt, aber auf dasselbe hinausläuft.

Fachdienst medienMip-TV: "Babylon Berlin" bei Drama Screenings ausgezeichnet

Die Fernsehprogramm-Messe Mip-TV in Cannes hat erneut spezielle "Drama Screenings" angeboten. Am 2. April wurden vor 450 Einkäufern zwölf ausgewählte Dramaserien aus acht Ländern gezeigt, darunter zwei aus Deutschland. Bei den deutschen - noch in Produktion befindlichen - Serien handelte es sich um die sechsteilige deutsch-luxemburgische Koproduktion "Bad Banks" von Christian Schwochow um eine gefeuerte Investmentbankerin in Frankfurt (ZDF/Arte) und die 16-teilige Produktion "Babylon Berlin" von Tom Tykwer (ARD/Sky) über einen Kriminalinspektor im Berlin der 20er Jahre.

Fachdienst medienMit Humor gegen Hass

Der Nutzer äußerte seine Meinung unverblümt: "Lasst den Bürgermeister labern, die Verhältnisse klären ganz andere. Ausländergewalt muss sich kein Bürger gefallen lassen!", schrieb er auf der Facebook-Seite der Tageszeitung "Die Welt". Die Redaktion hatte dort Mitte September einen Artikel über Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und jungen Asylbewerbern in Bautzen gepostet. Im Interview ließ sie Oberbürgermeister Alexander Ahrens zu Wort kommen. Mehr als 100 Nutzer verfassten dazu Kommentare.

Fachdienst medienModernes Weihnachtsmärchen

Es war einmal ein kalter, winterlicher Wald. Die Kamera zeigt ihn von hoch oben. Drunten sammeln zwei arme junge Frauen - Halbwaisen, wie sich zeigen wird - Reisig. Weihnachten steht vor der Tür, und mit ein paar grünen Tannenzweigen möchte eine der Schwestern dem einsamen Vater daheim noch eine Freude machen. Doch als sie nach Hause kommen, ist der Vater und Ernährer tot.

Fachdienst medienNarr im Fernseh-Hofstaat. Pierre M. Krause und seine Show

Als Alice Schwarzer im Oktober 2013 bei Ina Müller zu Gast war und Pierre M. Krause als Dritter am Tresen dazustieß, erkannte die "Emma"-Verlegerin schnell ihren Wettbewerbsnachteil. Der habe seine Pointen ja vorbereitet, lautete ihr lachend vorgetragener, vermutlich haltloser Vorwurf. Gerade hatte die NDR-Moderatorin Müller dem SWR-Moderator Krause ein metrosexuelles Aussehen attestiert - was dieser auf seine eigene Art quittiert hatte: "Ich bin ein Actionheld, gefangen im Körper einer Ballerina!"

Fachdienst medienNeue Nüchternheit

Es war ein Abschied auf Raten: In den vergangenen Monaten haben einige namhafte Redaktionen aufgehört, bei Facebook Instant Articles zu veröffentlichen. Darunter waren mit der "New York Times" und dem "Guardian" auch zwei Gründungspartner der Facebook-Initiative. Beide Häuser hatten ihr Engagement bei Instant Articles in den Monaten zuvor bereits schrittweise heruntergefahren. Als erste große deutsche Redaktion bestätigte "WeltN24" Ende Juni, das Format nicht weiter zu nutzen.

Fachdienst medienNeuer Nationaler Rundfunkrat in Polen nimmt Arbeit auf

Polen verfügt nach anderthalb Monaten Pause wieder über einen Nationalen Rundfunkrat: Der KRRiT konstituierte sich am 19. September. Zum Vorsitzenden wurde der 50 Jahre alte Journalist Witold Kolodziejski gewählt. Er war bereits von 2007 bis 2010, unter der damaligen nationalkonservativen PiS-Regierung, Vorsitzender des Nationalen Rundfunkrates. In der Regierung von Ministerpräsidentin Beata Szydlo (PiS) war er seit November 2015 Staatssekretär im Ministerium für Digitalisierung.

Fachdienst medienNorwegen schaltet UKW-Übertragung ab

Norwegen hat als erstes Land weltweit mit der Abschaltung der analogen Radio-Übertragung begonnen. Am 11. Januar um 11:11 Uhr wurde die UKW-Übertragung in der Provinz Nordland beendet, wie das norwegische Digitalradiobüro mitteilte. Bis Ende des Jahres soll schrittweise das ganze Land auf den Digitalradio-Standard DABplus umgeschaltet werden.

Fachdienst medienOhne Distanz

Jahrelang gehütete "dunkle" Familiengeheimnisse, die irgendwann ans Licht kommen und pünktlich nach 88 Minuten restlos aufgeklärt sind: Dieses Sujet ist aus vielen deutschen Fernsehfilmen wohlbekannt. Aber die Geheimnisse, die von der Polin Aida Szewelewicz bis zu ihrem Tod - und über den Tod hinaus - nicht preisgegeben worden sind, würde kein Drehbuchautor zu erfinden wagen.

Fachdienst medienOlympische Spiele ab 2018 nicht mehr bei ARD und ZDF

ARD und ZDF müssen sich für lange Zeit von ihren traditionellen Olympia-Übertragungen verabschieden. Die Olympischen Spiele werden von 2018 bis 2024 in Deutschland nur im Privatsender Eurosport zu sehen sein. Im Free-TV laufen die Spiele auf Eurosport 1, ergänzt durch zusätzliche Berichterstattung auf DMAX, wie der Fernsehkonzern Discovery am 28. November in München mitteilte. Im Bezahlsender Eurosport 2 sollen exklusive Inhalte zu sehen sein. Verhandlungen von ARD und ZDF über eine Sublizenz blieben damit ohne Erfolg.

Fachdienst medienÖsterreich: ORF verzeichnet 2016 leichte Marktanteilsverluste

Der Österreichische Rundfunk (ORF) hat seine Marktführung auch im Jahr 2016 verteidigt und mit seiner Sendergruppe insgesamt einen Marktanteil von 35,1 Prozent in Österreich erreicht. Für die Gruppe, zu der neben den Hauptkanälen ORF eins und ORF 2 die beiden Spartenkanäle ORF III Kultur und Information und ORF Sport+ gehören, war das ein Rückgang um 0,2 Prozentpunkte. Der seit 2007 amtierende ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, der im August für fünf Jahre wiedergewählt wurde, bezeichnete das Abschneiden des ORF als "auf hohem Niveau stabil".

Fachdienst medienÖsterreich: PR-Artikel ohne Kennzeichnung rechtens

In Österreich müssen redaktionell aufgemachte Anzeigen oder PR-Artikel nicht als Werbung gekennzeichnet werden, wenn ein Pressemedium sie unentgeltlich aus Gefälligkeit erstellt. Gekennzeichnet werden müssen nur "Ankündigungen, Empfehlungen sowie sonstige Beiträge und Berichte, für deren Veröffentlichung ein Entgelt geleistet wird", wie der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien in einem jetzt veröffentlichten Urteil entschied. Vorausgegangen war ein Rechtsstreit zwischen zwei Gratiszeitungen, die in sich überschneidenden Gebieten verbreitet werden. (AZ: 4Ob60/16a)

Fachdienst medienÖsterreichische Privatsender gegen Youtube-Kanal des ORF

Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) protestiert gegen Pläne des ORF, einen Youtube-Kanal einzurichten. Das geplante Angebot sei gesetzeswidrig, marktverzerrend und werde dem ORF selbst schaden, teilte der Verband am 31. März in Wien mit. Der öffentlich-rechtliche Sender hat bislang keinen eigenen Kanal auf der Plattform.

Fachdienst medienOSZE bleibt vorerst ohne Medienbeauftragten

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) muss vorerst ohne Medienbeauftragten auskommen. Der Posten sei seit dem Ende der Amtszeit von Dunja Mijatovic am 10. März vakant, teilte das Büro des Beauftragten für die Freiheit der Medien dem epd am 23. März in Wien mit. Aus diplomatischen Kreisen hieß es, derzeit werde an einer Übergangslösung gearbeitet. Demnach soll die Amtszeit der Bosnierin Mijatovic rückwirkend ein weiteres Mal verlängert werden.

Fachdienst medienPerspektivwechsel. Der Friedenspreis für Carolin Emcke

"Wow": So hat noch kein Friedenspreisträger seine Dankesrede begonnen. Und ebenso fern lag es bislang jeder der im Namen des Deutschen Buchhandels geehrten Kultur- und Politikgrößen, das Fernsehen als Quelle der Inspiration zu nennen. Carolin Emcke, die diesmal Ausgezeichnete (neunte Frau unter 66 Laureaten: ja, die Verhältnisse), tat es völlig unbefangen. Und offenbarte, ganz nebenbei, dass die Eltern sogar richtige Fernsehsessel hatten. Allerdings nur zwei. So dass sie ein eigenes Ritual entwickelte: den Friedenspreis von unten zu betrachten, eben vom Fußboden aus.

Fachdienst medienPolen: Regierungsnaher TV-Chef weitere vier Jahre im Amt

Der polnische Journalist und Politiker Jacek Kurski ist am 12. Oktober vom Nationalen Medienrat (RMN) für vier Jahre zum Präsidenten des öffentlich-rechtlichen Senders TVP gewählt worden. Der studierte Volkswirt, der mit der Regierungspartei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) eng verbunden ist, hatte das Amt in den Vormonaten kommissarisch inne. Im Jahr 2005 war Kurski der Wahlkampfleiter der PiS.

Fachdienst medienPR-Desaster. Olympia und die beleidigte ARD

Selten wäre es so einfach gewesen, eine Niederlage in einen Sieg auf ganzer Linie umzudeuten. Die Olympischen Spiele laufen nicht mehr bei ARD und ZDF - na und? Mehr Geld für Dokumentationen oder Kultur, wie es oft in der öffentlichen Debatte gefordert wird. So hätte man es darstellen können. Wollte man bei der ARD aber nicht. Anstatt eigene Stärken abseits des Spitzensportbereichs herauszustellen, zeigten sich die Verantwortlichen des Senderverbunds lieber als beleidigte Verlierer, die sich abfällig über den Rechteinhaber Discovery und dessen Tochter Eurosport äußerten.

Fachdienst medienPresse darf Banker-Namen nach millionenschweren Verlusten nennen

Nach millionenschweren Spekulationsverlusten dürfen sich verantwortliche Banker nicht über ihre namentliche Nennung in der Presse wundern. Liegt die Berichterstattung im öffentlichen Interesse, wird das Persönlichkeitsrecht eines Verantwortlichen nicht in unzulässiger Weise verletzt, urteilte am 25. Oktober der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg (AZ: 60818/10). Damit erklärten die Richter die Berichterstattung des österreichischen Nachrichtenmagazins "Profil" über 2004 erwirtschaftete Spekulationsverluste der Hypo Alpe Adria Bank für rechtmäßig.

Fachdienst medienPresserat regelt Herkunftsnennung bei Straftätern neu

Der Deutsche Presserat hat die umstrittene Richtlinie zur Nennung der Herkunft von Straftätern neu formuliert. Damit werde die eigenständige Verantwortung der Medien beim Diskriminierungsschutz bekräftigt, teilte das Selbstkontrollorgan am 22. März nach einer Plenumssitzung in Berlin mit. Der alten Richtlinie 12.1 zufolge sollten Medien Herkunft und Religion von Straftätern nur dann nennen, wenn ein "begründbarer Sachbezug" zu der Straftat bestand. In der Neufassung ist diese Ausnahme von der Regel dann legitim, "wenn ein begründetes öffentliches Interesse vorliegt".

Fachdienst medienProduktionsfirma dctp soll weiter Drittsendungen für Sat.1 liefern

Die TV-Produktionsfirmen dctp, Good Times und Tellvision sollen künftig die Drittsendezeiten im Programm von Sat.1 bestreiten. Die Versammlung der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz habe die drei Veranstalter am 26. September im Einvernehmen mit Sat.1 ausgewählt, teilte die LMK am 27. September in Ludwigshafen mit. Vor einer endgültigen Zulassung muss die Entscheidung noch von der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) genehmigt werden. Außerdem müssen Sat.1 und die Drittanbieter Finanzierungsvereinbarungen treffen.

Fachdienst medienRadio im Hinterland. Ein Stück Mediengeschichte aus der Provinz

"Die Lokalzeitung war fast 'ne Bibel", lautet einer der ersten Sätze in der Radio-Collage "Radio in Wittgenstein und im Hinterland". Wer sich für Medien interessiert, den zieht der Satz trotz des sperrigen Titels in das knapp einstündige Feature des Hamburger Medienwissenschaftlers Hans-Jürgen Krug hinein. Eine der Überraschungen dieses Stücks, das kürzlich beim Lokalsender Radio Siegen gesendet wurde, besteht darin, dass es keineswegs die jüngeren Mediengattungen Fernsehen oder Internet waren, die am Nimbus der Lokalzeitung kratzten, sondern eben das Radio.

Fachdienst medienRattenrennen. Der Tag, als die NPD doch nicht verboten wurde

Es war ein guter Tag für die deutschen Nachrichtenagenturen. Keine von ihnen gab am Dienstag die Falschmeldung auf den Ticker, das Bundesverfassungsgericht habe die NPD verboten. Und es war ein schlechter Tag für viele Onlineportale. Die Internet-Ableger von "Spiegel", "Zeit" und "Frankfurter Rundschau" - um nur einige zu nennen - schossen um kurz nach 10 Uhr die Falschmeldung raus, auch der Twitter-Kanal des Ersten berichtete falsch.

Fachdienst medienRe wie Realitätserkundung

"Re:" kann vieles heißen, der Reihentitel ist vielfältig auslegbar. Re wie Realität. Re wie Relevanz. Re wie Reaktion im Sinne von Reaktionsfähigkeit. Re wie Regard, also Blick, Aufmerksamkeit. Oder Re wie beim Skat. Er wolle dem "populistischen Kontra ein journalistisches Re" entgegensetzen, sagte Wolfgang Bergmann, Arte-Koordinator des ZDF, bei der Vorstellung des neuen Reportage-Formats im Januar in Berlin (epd 4/17). Und auf jeden Fall Re für Reportage.

Fachdienst medienReduktionsmonster. Trump, der Lümmel von der letzten Bank

Nur Bilanzfälscher sahen Trump vorne. Das erste Super-TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump ist Geschichte, zwei weitere stehen an. Die Bilanz? Den einen ikonischen Moment gab es nicht. Trump sah aus wie eine aus der Zeit gefallene Comic-Figur, die nicht einmal "Brösel" in den 80er Jahren in einem seiner Werner-Comics hätte unterbringen können.

Fachdienst medienRomantische Legenden. Das Günderrodehaus in Oberwesel

Filmemacher sind Illusionskünstler. Sie stellen ein paar Kulissen auf und halten so drauf, dass man nur die schöne Fassade sieht und gar nicht merkt, dass die Häuserwände nur rasch zusammengezimmert wurden und dahinter nichts ist. Dem Regisseur Edgar Reitz allerdings war es in seiner "Heimat"-Trilogie wichtig, an Original-Schauplätzen zu drehen, um deren "Einflüsterungen" zu hören und die Orte einzubeziehen.

Fachdienst medienRückbesinnung

Es ist ziemlich genau neun Jahre her, da sorgte der Satz eines unbekannten College-Studenten aus den USA für Diskussionen in der Medienbranche. "Wenn die Nachricht wichtig ist, wird sie mich finden", hatte die "New York Times" den Hochschüler im März 2008 zitiert. In der Weitererzählkultur von Twitter, Facebook und Co. verbreiten sich wichtige Nachrichten so schnell, dass journalistische Angebote nicht mehr mithalten können - ihre filternde, einordnende Funktion wird überflüssig, so die These.

Fachdienst medienRussland will deutsches Gesetz gegen Hasskommentare kopieren

Russland will ein weiteres Gesetz zur Internetüberwachung durchsetzen. Am 12. Juli reichten Abgeordnete der Regierungspartei "Einiges Russland" einen Gesetzesentwurf ein, der Betreiber sozialer Netzwerke dazu verpflichten soll, rechtwidrige Inhalte innerhalb von 24 Stunden zu löschen, teilte die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) mit. In der Begründung für den Gesetzesentwurf beziehen sich die Autoren ausdrücklich auf das deutsche Netzwerkdurchsetzungsgesetz, das im Juni vom Bundestag angenommen wurde.

Fachdienst medienSaarland-Krimi

Die Filmografie von Regisseur Miguel Alexandre weist diverse Mehrteiler auf, die in die Kategorie "Event"-Fernsehen gehören. Für die ARD hat er unter anderem den Udo-Jürgens-Film "Der Mann mit dem Fagott" oder das Mutter-gegen-Stasi-Drama "Die Frau vom Checkpoint Charlie" gedreht, für RTL "Die Patin" oder das Flieger-Epos "Starfighter". In den letzten Jahren hat sich der gebürtige Portugiese jedoch darauf konzentriert, die ZDF-Gotlandkrimireihe "Der Kommissar und das Meer" neu zu erfinden.

Fachdienst medienSchattenboxen. Trumps "Krieg gegen die Medien"

Der alte Martin Luther und Kollegen haben eine Passage aus dem biblischen Buch der Sprüche wie folgt übersetzt: "Antworte dem Narren nicht nach seiner Narrheit, daß du ihm nicht auch gleich werdest." In diesem Sinne: Könnten "die Medien" bitte aufhören, ständig über Tweets von Donald Trump zu berichten? Und im Ton der Empörung vor Trumps "Krieg gegen die Medien" zu warnen?

Fachdienst medienScherz, Lügen und Erdowahn

Das Medienjahr 2016 endete, wie es begonnen hatte: mit schrillen, manchmal hysterischen, meist erschreckend undifferenziert geführten Debatten darüber, wie die Medien bestimmte Themen behandeln oder nicht behandeln sollten. Nachdem in der Nacht auf Neujahr 2016 zahlreiche Frauen im und um den Kölner Hauptbahnhof von - der Beschreibung nach überwiegend afrikanisch oder arabisch aussehenden - Männern belästigt und beklaut worden waren, war den Medien in den sozialen Netzwerken, vor allem auf Facebook und Twitter, vorgeworfen worden, sie hätten versucht das Thema totzuschweigen.

Fachdienst medienSchockstarre. Trumps Wahlsieg im deutschen Fernsehen

Um kurz vor 2 Uhr nachts gab es beim ZDF ein Mainzelmännchen zu gewinnen, man spielte das Quiz "Wer hat's gesagt?". Bei der ARD hatte Korrespondent Stefan Niemann gerade aus New York gemeldet, dass bei der Wahl-Party der Demokraten doch kein Feuerwerk geplant sei. Aber er habe Konfetti-Kanonen entdeckt. Es herrschte zu diesem Zeitpunkt eine gelöste, siegessichere Stimmung in der langen Fernsehnacht zur US-Wahl.

Fachdienst medienSchönenborn: WDR "nicht stolz" auf kommentierte Antisemitismus-Doku

WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn hat die am 21. Juni im Ersten und auf Arte gesendete Version der umstrittenen Antisemitismus-Dokumentation "Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa" verteidigt. Nach der Veröffentlichung des Films auf "Bild.de" habe sich der WDR keine "Zeit der ruhigen Beratung" mehr nehmen können. Auf die nun gefundene Lösung sei der Sender "nicht stolz, aber es war das, was aus Transparenzgründen nötig war", sagte Schönenborn bei einer Diskussion des Grimme-Instituts am 22. Juni in Bonn.

Fachdienst medienSchweiz sieht keinen Bedarf für neue Social-Media-Regulierung

Der Schweizer Bundesrat sieht derzeit keinen Bedarf für neue Regulierungsmaßnahmen im Bereich Social Media. Laufende Regulierungsvorhaben wie die Revision des Datenschutzgesetzes und die Arbeiten zum Ausbau des Jugendmedienschutzes verbesserten den Schutz für die Nutzer von sozialen Netzwerken in der Schweiz bereits mittelfristig, teilte das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) am 10. Mai mit.

Fachdienst medienSchweiz: Online-Magazin "Republik" bricht Crowdfunding-Rekord

Die Macher des Schweizer Online-Magazins "Republik" haben nach eigenen Angaben den Crowdfunding-Weltrekord für Medien-Startups gebrochen. Wenige Tage nach dem Start des Finanzierungsaufrufs im Internet habe die Initiative für den Aufbau eines leserfinanzierten und werbefreien Magazins so viel Geld eingesammelt wie kein anderes journalistisches Crowdfunding zuvor, schrieb der Journalist Constantin Seibt am 28. April auf seiner Facebook-Seite. Seibt ist beim Aufbau des Magazins zuständig für Konzeption und Redaktion.

Fachdienst medienSeifenoper de luxe. Fassbinders "Acht Stunden", restauriert

Fassbinders "Acht Stunden sind kein Tag" habe ich mit zwölf gesehen, meine Mutter guckte mit, und ich war ein bisschen in Gottfried John verliebt. Der war nicht hübsch, sondern ein Typ: sehr dünn, mit Beinen bis zum Himmel, cool sogar in dem Blaumann, den er zur Arbeit trug - er spielte Jochen, einen Werkzeugmacher in einer Kölner Maschinenfabrik. Im deutschen Fernsehen war zwar "Der Kommissar" ins Milieu der "kleinen Leute" vorgestoßen, aber da erschienen die eher als Problemfälle, cool waren sie jedenfalls nicht.

Fachdienst medienSenden war ihr Hobby. Piratenradios in den 60er Jahren in Marburg

Anfang September 1967 wurde in Teilen von Marburg das Fernsehprogramm immer wieder gestört. Es gab schwarze Streifen auf den Bildschirmen und deshalb wandten sich verärgerte Zuschauer an den Störungsdienst der Post. Derweil freuten sich Schüler in der Universitätsstadt über Radio City, einen unregelmäßig sendenden Piratensender mit viel Beatmusik. Dann war plötzlich Schluss. Der "Pirat" war weggezogen. Aber andere sendeten weiter. 

Fachdienst medienSensibles Thema

Wie muss eine Dokumentation über Antisemitismus aussehen, damit sie auf Arte gezeigt wird? Anscheinend nicht so, wie Produzent und Autor Joachim Schroeder und Koautorin Sophie Hafner ihren Film "Auserwählt und Ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa" konzipiert haben. Ihre Dokumentation ist gedreht, produziert und abgenommen - im Programm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wird sie wohl trotzdem nicht zu sehen sein. Aber der Reihe nach.

Fachdienst medienSie haben sich bemüht

Goethes "Faust" ist eine Fundgrube für Interpretationsanstrengungen aller Couleur. Nicht jede ist hermeneutisch, liest also aus dem Drama etwas heraus anstatt hinein, aber das muss auch nicht sein. Auch in der Kunst der Interpretation gibt es so etwas wie ein produktiv taugliches Missverständnis. Thomas von Aquin hat Aristoteles missverstanden, Goethe hat sich in Kant geirrt, beide haben daraus Eigenes und Wirkmächtiges gemacht.

Fachdienst medienSky steigert Umsatz 2016/17 auf 13 Milliarden Pfund

Der europäische Pay-TV-Konzern Sky hat seinen Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um fünf Prozent auf 12,9 Milliarden Pfund (14,4 Milliarden Euro) gesteigert. Das Vorsteuerergebnis (Ebitda) sank allerdings um drei Prozent auf 2,1 Milliarden Pfund, wie das Unternehmen am 27. Juli in London mitteilte. Das Betriebsergebnis (Operating Profit) verschlechterte sich um sechs Prozent auf 1,5 Milliarden Pfund. Der konsolidierte Jahresüberschuss wurde mit 691 Millionen Pfund angegeben, 28 Millionen mehr als im Vorjahr.

Fachdienst medienSpanische Parteien einigen sich auf RTVE-Reform

Die spanischen Parteien haben sich auf eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks RTVE geeinigt. Wie die spanische Zeitung "El País" berichtete, verabschiedeten die konservative Volkspartei (PP), die sozialistische PSOE, die linkspopulistische Partei Podemos und die liberale Partei Ciudadanos Ende Juni im spanischen Parlament gemeinsam eine Reform, die den staatlichen Einfluss im Sender verringern soll.

Fachdienst medienSpringer-App "Upday" expandiert nach Spanien und Italien

Der Medienkonzern Axel Springer bringt seine mobile Nachrichtenplattform "Upday" nach Spanien und Italien. Im ersten Halbjahr 2017 würden in den beiden Ländern Redaktionen aufgebaut und Verlagspartner angeworben, teilte der Konzern am 8. Dezember in Berlin mit. Die App werde damit wie geplant zu einer Plattform, die in verschiedenen europäischen Ländern mit redaktionellen Teams digitalen Journalismus in hoher Qualität und redaktioneller Unabhängigkeit produziere.

Fachdienst medienSRF bleibt TV-Marktführer in der Deutschschweiz

Im Sportjahr 2016 waren die Sender der öffentlich-rechtlichen Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG SSR wieder Marktführer in der Schweiz. Dabei spielten im Jahr 2016 die Sportgroßereignisse Fußball-EM in Frankreich und Olympische Sommerspiele in Rio de Janeiro sowie das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest eine wesentliche Rolle. Die Zuwächse zeigten sich daher besonders bei den Sportkanälen SRF zwei, RTS Deux und RSI La 2.

Fachdienst medienSRG Deutschschweiz: Ombudsstelle erhielt 334 Beanstandungen

Im Jahr 2016 sind bei der Ombudsstelle der SRG Deutschschweiz 334 Beanstandungen eingegangen. Diese betrafen 135 Sendungen. Bei fast 80 Prozent der betroffenen Sendungen seien die Beanstandungen nicht unterstützt worden, teilte der Ombudsmann der SRG Deutschschweiz, Roger Blum, in seinem Jahresbericht 2016 mit. Die Quote von rund 20 Prozent gerügter Sendungen entspreche ungefähr dem Anteil vergangener Jahre.

Fachdienst medienStadelmaier als staatsfernes Mitglied im ZDF-Verwaltungsrat

Der ZDF-Fernsehrat hat acht Mitglieder für den neuen ZDF-Verwaltungsrat bestimmt, der sich im Sommer neu konstituiert. Gewählt wurden neben dem ehemaligen Mainzer Staatskanzleichef Martin Stadelmaier (SPD) auch der Ex-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär Reinhard Göhner (CDU) und die frühere Kultusministerin von Sachsen-Anhalt, Birgitta Wolff (CDU), wie das Gremium am 3. März mitteilte. Der Fernsehrat ist für die Wahl der sogenannten staatsfernen Mitglieder des Verwaltungsrats zuständig.

Fachdienst medienStarke Darstellerinnen

Im Redaktionsflur des "Puls" hängt ein großes Nixon-Plakat. Achtlos geht Anke Engelke als Chefredakteurin Karin Berger daran vorbei, bleibt einmal davor stehen, den Rücken der präsidialen Reizfigur zugewandt. Zu viel ist zu diesem Zeitpunkt schon passiert, als dass sich die journalistische Leuchtturmfigur Berger, als die wir sie kennengelernt haben, noch selbstzufrieden an die Brust klopfen könnte. Es hat vermutlich Tote gegeben und verschiedene Kasualitäten. Zum Beispiel Bergers Unbestechlichkeit.

Fachdienst medienStellung kackender Fuchs. Die Bundeswehr-Webserie "Die Rekruten"

Die Bundeswehr hatte es in den vergangenen Wochen wieder nicht leicht. Anfang November startete die Reality-Doku "Die Rekruten" auf YouTube. Sie soll die Nachwuchssorgen der Truppe lindern. Täglich bekommen die Zuschauer gezeigt, wie in der zwölfwöchigen Grundausbildung aus zwölf jungen Frauen und Männern Soldatinnen und Soldaten werden. In 90 Folgen von etwa jeweils fünf Minuten wird die Entwicklung der Rekruten nachgezeichnet. 1,7 Millionen Euro kostet die Webserie, hinzu kommen 6,2 Millionen Euro für Werbung.

Fachdienst medienStrukturoptimierung: ARD will noch arbeitsteiliger werden

Die ARD erarbeitet derzeit ein Grundsatzpapier zu ihrem Auftrag und zur Strukturoptimierung des Senderverbunds. "Wir wollen noch arbeitsteiliger werden und Synergien heben", sagte die ARD-Vorsitzende Karola Wille am 23. November nach der Sitzung der ARD-Intendanten in München. Die ARD-Sender könnten allerdings nur enger zusammenarbeiten, wenn "der kartellrechtliche Rahmen das vorgibt", sagte Wille.

Fachdienst medienTaschenspieler 4.0. ProSiebenSat.1 will Geld aus dem Rundfunkbeitrag

Große Summen wecken große Begehrlichkeiten, das ist bekannt. Kein Wunder also, dass man bei den Privaten sehnsüchtig auf die acht Milliarden Euro schielt, die der Beitragsservice im vergangenen Jahr wieder einmal für ARD, ZDF und Deutschlandradio eingesammelt hat, und darüber nachdenkt, wie man selbst von diesem Kuchen profitieren könnte.

Fachdienst medienThese und Gegenthese

Nach langem Ringen hat sich der WDR Mitte Juni dann doch entschlossen, die Dokumentation "Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa" von Joachim Schroeder und Sophie Hafner zu zeigen - allerdings mit einem "Faktencheck", und im Anschluss wurde bei "Maischberger" über Antisemitismus diskutiert. "Faktencheck", das hört sich an wie Wahrheitssuche im Kampf gegen Fake News. Der Versuch war vielleicht gut gemeint - gelungen war er leider nicht.

Fachdienst medienTrump will Zuschüsse für öffentlichen Rundfunk streichen

US-Präsident Donald Trump plant in seinem Haushaltsentwurf für das kommende Jahr drastische Kürzungen beim öffentlichen Rundfunk. Die Regierung wolle sich von der Finanzierung der "Corporation for Public Broadcasting" (Gesellschaft für öffentlichen Rundfunk) zurückziehen, erklärte der Direktor des Amtes für Verwaltung und Haushaltswesen, Mick Mulvaney, am 15. März. Für das kommende Jahr seien allerdings noch Zuwendungen geplant, um den Finanzierungsprozess zu Ende zu bringen.

Fachdienst medienUnter der Gürtellinie

Zwei Tage danach war das vernichtende Urteil gefällt: "Die ARD-Nachrichtenredaktion weiß nicht mehr, was relevant ist und was nicht", konstatierte Michael Hanfeld in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Ausgabe vom 6. Dezember). Von einer "krassen journalistischen Fehlentscheidung", schrieb Dagmar Rosenfeld in der "Welt".

Fachdienst medienUrkomische Dialoge

Von wegen "Nesthocker" und "Hotel Mama": In dieser als Komödie angelegten Trilogie ist die Welt, zumindest im Milieu der gut verdienenden Mittelschicht, noch in Ordnung: Die Kinder gehen aufs Gymnasium und gleich nach dem Abitur zum Studium oder einer anderen Ausbildung in die Welt hinaus. Zurück bleiben die Eltern, die ihr Leben neu organisieren müssen und plötzlich vor Problemen stehen: Was fangen wir jetzt an mit uns? Wie füllen wir die Zeit, die bleibt? Gibt es ohne Kinder für uns beide überhaupt noch ein Wir?

Fachdienst medienUrteil im Zivilprozess Erdogan gegen Böhmermann im Februar 2017

Ob das sogenannte Schmähgedicht von ZDF-Moderator Jan Böhmermann über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan komplett verboten wird, will das Hamburger Landgericht am 10. Februar 2017 verkünden. Am 2. November erörterten die Anwälte in der mündlichen Verhandlung zur Unterlassungsklage ihre Positionen. Staatsoberhaupt und Moderator waren nicht persönlich anwesend. Die zuständige Richterin Simone Käfer wird sich bis zur Urteilsverkündung mit der Frage befassen, ob Böhmermann den Präsidenten am 31.

Fachdienst medienUrteil: Auch Firmen müssen Rundfunkbeitrag zahlen

Die Erhebung von Rundfunkbeiträgen für Betriebsstätten und betrieblich genutzte Kraftfahrzeuge ist rechtens. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wies am 7. Dezember Klagen der Einzelhandelskette Netto und des Autovermieters Sixt gegen die Beitragserhebung zurück (AZ 6 C 12.15).

Fachdienst medienUSA: Spekulationen über Kürzungen beim öffentlichen Rundfunk

Dem öffentlichen Rundfunk in den USA drohen massive Kürzungen. Haushaltsvorschläge der konservativen Heritage Foundation, die der Trump-Regierung nahesteht, deuteten darauf hin, berichtete der politische Informationsdienst "The Hill" mit Sitz in Washington. Demnach rät Heritage sogar zur Privatisierung. Laut einem Bericht der "New York Times" (Ausgabe vom 17. Februar) steht der öffentliche Rundfunk inzwischen auch auf einer offiziellen Liste mit Streichvorschlägen, die in der Budgetabteilung des Weißen Hauses erstellt wurde.

Fachdienst medienUSA: Streit über Staatsgelder für öffentlichen Rundfunk

Öffentliche Medien wehren sich gegen das Vorhaben von US-Präsident Donald Trump, ihnen Gelder zu streichen. Der Präsident des Verbands der öffentlichen Fernsehsender, Patrick Butler, äußerte sich am 17. März zuversichtlich, dass der Plan noch gestoppt werden könnte. Trumps Haushaltsentwurf werde "im Kongress nicht sehr weit kommen", sagte Butler dem Fachdienst "current.org". Das Amt für Verwaltung und Haushaltswesen hatte die Pläne am 15. März vorgestellt (epd 11/17).

Fachdienst medienVerlage klagen gegen Webangebote von RBB und Radio Bremen

Mehrere Zeitungsverlage in Berlin und Brandenburg gehen gerichtlich gegen das Internetangebot des RBB vor. Der Sender missachte das gesetzliche Verbot der Presseähnlichkeit von nicht-sendungsbezogenen Internet-Inhalten, teilte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am 18. April mit. Die Verlage der "Märkischen Allgemeinen Zeitung", der "Märkischen Oderzeitung", der "Lausitzer Rundschau", der "Volksstimme" und der "B.Z." hätten daher beim Landgericht Potsdam eine Klage eingereicht.

Fachdienst medienVerlage sollen Tantiemen bis 30. November zurückzahlen

Der Verwaltungsrat der VG Wort hat einen Beschluss zur Rückforderung von Verleger-Tantiemen gefasst. Verlage, die in den Jahren 2012 bis 2015 Auszahlungen aufgrund der Wahrnehmung von gesetzlichen Vergütungsansprüchen erhalten haben, seien "im Grundsatz verpflichtet, diese Beträge nach Aufforderung in Textform durch die VG Wort" vollständig bis zum 30. November zurückzuzahlen, teilte die Verwertungsgesellschaft am 11. Oktober in München mit.

Fachdienst medienVerlässlicher Hort. Der Kinderkanal wird 20 Jahre alt

Als der Kinderkanal vor 20 Jahren startete, ließen Werbeslogans wie "Gewaltfrei. Werbefrei. Frei ab drei" oder "Wenn. Dann. Den" keinen Zweifel daran, an wen sich die PR-Kampagne richtete: nicht etwa an die Zielgruppe, sondern an fernsehkritische Eltern. Nicht minder raffiniert war die Idee, vor allem die Mütter zu treuen Verbündeten zu machen: Wer selbst schon mit "Wickie", "Heidi", "Biene Maja", der "Sendung mit der Maus" oder "Löwenzahn" aufgewachsen war, leistete seinen Kindern begeistert Gesellschaft.

Fachdienst medienVerleger warnen vor "Panikgesetz" für soziale Netzwerke

Die deutschen Zeitschriftenverleger haben erneut vor dem von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) vorgelegten Gesetz gegen Hetze in sozialen Netzwerken gewarnt. Der derzeitige Entwurf berge eine große Gefahr für die Presse- und Meinungsfreiheit, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Zeitschriftenverleger (VDZ), Stephan Scherzer, am 25. April in Berlin. Man brauche kein neues Gesetz, die bestehenden Vorgaben reichten aus.

Fachdienst medienVerleger: Presseähnliche Telemedienangebote verbieten

Die Verlegerverbände sprechen sich für ein "grundsätzliches Verbot öffentlich-rechtlicher presseähnlicher Telemedienangebote aus". Dieses Verbot sei "dringend notwendig und längst überfällig" und solle auch "unabhängig vom Sendungsbezug" gelten, heißt es in einer Stellungnahme, die der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) gemeinsam im Konsultationsverfahren zum "Telemedienauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks" abgegeben haben.

Fachdienst medienVoll verwirrend. Die Snapchat-Soap "I am Serafina"

Die weltweit erste Soap auf Snapchat - damit will Puls "völlig neue Wege im Storytelling" gehen. Das junge Angebot des BR produziert für Funk zwei Wochen lang eine Soap, die mit Hilfe der Messenger-App Snapchat von Hauptdarstellerin Franca-Serafina Boleng gedreht, bearbeitet und gesendet wird. Gegenstand der Serie "I am Serafina" ist das Leben der 19-jährigen Serafina, die nach dem Abitur auf der Suche nach sich selbst ist und dabei jeden Schritt bei Snapchat öffentlich macht.

Fachdienst medienVon Lügen und Desinformation. Das LPR-Forum Medienzukunft

"Verschwörungstheorien und Verdächtigungen haben Konjunktur", sagte kürzlich der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte der "Zeit". In den Sozialen Medien verbreiten sich Meinungen und sogenannte alternative Fakten ungefiltert, und nicht selten werden diese "Fakten" von Leuten in die Welt gesetzt, die anderen die Verbreitung von Fake News vorwerfen oder die über die "Lügenpresse" schimpfen. Und warum reden wir eigentlich von "Fake News", wenn wir eigentlich Propaganda oder Lüge meinen?

Fachdienst medienWenn Zuschauer mitreden. Wie das Feedback ins Fernsehen kam

Am Anfang war eine Fernsehdokumentation. Als der WDR am 5. und 6. Oktober 1966 den Zweiteiler "Heia Safari - die Legende von der deutschen Kolonialidylle" sendete, war die rund 30 Jahre währende deutsche Kolonialzeit in Afrika weitgehend vergessen. Historiker hatten die Episode noch nicht für sich entdeckt, Filmaufnahmen aus der Zeit gab es kaum - und so ermöglichte der WDR dem Autor Ralph Giordano zweieinhalb Monate Spurensuche in Afrika. Man hatte noch reichlich Geld in Köln.

Fachdienst medienWo bin ich und wenn ja, warum? Der Hype um 360-Grad-Videos

Virtual-Reality- und 360-Grad-Journalismus will die Branche revolutionieren. "VR-Journalismus kann sprichwörtlich den Zuschauer in die Szene versetzen - das, was großer Journalismus immer schon angestrebt hat: Du bist hier!", sagte mir die US-Journalistin Nonny de la Peña, die "Godmother of Virtual Reality". Das war im April 2016. Tolles Vorhaben, denke ich, deshalb schaue ich mir an, welche Produktionen deutsche Medienunternehmen zwischenzeitlich auf die Beine gestellt haben.

Fachdienst medienWo der Iconic Turn begann. Wissenswertes aus Solnhofen

Die Frage des Iconic Turn ist unter den grundsätzlichen Diskussionen, die im Themenfeld Medien geführt werden, eine der grundsätzlichsten. Geht die Gutenberg-Ära der geschriebenen Texte ihrem Ende entgegen, weil Menschen "sich Fotos lieber anschauen als Text", wie es Instagram-Gründer Kevin Systrom formulierte? Ganz so wird es in absehbarer Zeit nicht kommen, würden wir im so gut wie gar nicht illustrierten Text-Medium epd medien natürlich antworten. Aber die Entwicklung läuft.

Fachdienst medienZAK beanstandet Handball-Übertragung im Internet

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) hat die Übertragung der Handball-WM im Internet beanstandet. Die Livestream-Übertragung unter anderem der Spiele der deutschen Mannschaft auf einem Portal der Deutschen Kreditbank (DKB) hätte einer rundfunkrechtlichen Zulassung bedurft, teilte die Kommission am 31. Januar in Berlin mit. Damit widerspricht die ZAK der Auffassung der DKB, die ihr Projekt als Telemedium dargestellt hatte, das keiner Zulassung bedarf. Weitergehende Sanktionen gegen die Bank wurden nicht verhängt.

Fachdienst medienZeitungsverlage drohen mit Klagen gegen ARD-Internetangebote

Die ARD und die Zeitungsverleger haben Gespräche über eine sogenannte Gemeinsame Erklärung zu den Online-Angeboten der ARD abgebrochen. Der zum Schluss erreichte Gesprächsstand habe sich in der ARD als nicht akzeptabel erwiesen, sagte ARD-Sprecher Steffen Grimberg dem epd. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) teilte mit, es habe einen "ausverhandelten Kompromissvorschlag" gegeben, der "am Ende von den Intendanten leider nicht unterstützt wurde". Nun werde es zu einer "rechtlichen Klärung" kommen müssen.

Fachdienst medienZiemlich anstrengend. "Hygge", das Magazin zum neuen Megatrend

Socken sind wichtig, am besten selbstgestrickte. Und Kerzen, viele Kerzen. Und natürlich kuschelige Wolldecken. Ohne Kerzen, Socken und Wolldecken kein Hygge. Und Hygge ist der neue Megatrend. Seit das Buch "Hygge. Ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht" des dänischen Glücksforschers Meik Wiking zum Weltbestseller geworden ist, wollen wir alle wie die Dänen sein: Kakao trinken, uns gemütlich zusammenkuscheln und "einfach glücklich sein".

Fachdienst medienZu gut gemeint

Mitten in der Nacht klingelt es bei Familie Krasniqi. Uniformierte halten dem schlaftrunkenen Vater ein amtlich aussehendes Dokument vor das Gesicht. Ihr Auftreten ist rüde. Das Bleiberecht sei widerrufen, die 17 Jahre lang Geduldeten seien "vollziehbar ausreisepflichtig", jetzt gehe es sofort im Sammeltransport nach Pristina. Aufstehen, zusammenpacken, nur 20 Kilo, aber zackig. Die Mutter trennt hastig Erinnerungsfotos aus den Alben. Der Vater (Kasem Hoxha) beteuert, nie einen Abschiebebescheid erhalten zu haben und will reden.

Fachdienst medienZurück in die Siebziger

Je älter Schauspieler werden, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass ihnen das Angebot gemacht wird, die Rolle eines an Demenz oder Alzheimer Erkrankten zu übernehmen. Wenn die Erinnerung nicht trügt, hat es 2002 mit Götz George ("Mein Vater") angefangen. Ihm folgten unter anderem Peter Simonischek ("Mit einem Schlag", 2008), Klaus Maria Brandauer ("Die Auslöschung", 2013), Christiane Hörbiger ("Stiller Abschied", 2013), Hannelore Hoger ("Nichts für Feiglinge", 2014), Robert Atzorn ("Mein vergessenes Leben", 2015).