13.04.2018 - Diemut Roether

Es sollte ein kritisch-glossierender Bericht über einen Staatsbesuch werden, eigentlich ein "Schmunzelbeitrag": Als der Schweizer Dokumentarfilmer Roman Brodmann 1967 für die Reihe "Zeichen der Zeit" des Süddeutschen Rundfunks die Vorbereitungen für die Deutschlandreise des iranischen Herrscherpaares filmte, ging es ihm vor allem darum, den Pomp und Aufwand eines solchen Besuchs aufs Korn zu nehmen. Entsprechend süffisant beginnt der Film, den der SWR am 15.

09.04.2018 - Ellen Nebel

Auf den Seiten acht und neun gratuliert der Automobilhersteller Audi in einer Werbeanzeige Joko Winterscheidt zur Erstausgabe: "Joko neu in A4, Audi in A7 - Zwei individuelle Typen von neuem Format". Dabei ist das, was Gruner + Jahr da auf 164 Seiten präsentiert, gar nicht so neu. "JWD - Joko Winderscheidts Druckerzeugnis" ist Teil der "Stern"-Familie und fügt sich optisch wie inhaltlich nebst "Nido" und Neon" gut in die Reihe der Line Extensions ein.

02.04.2018 - Michael Ridder

Deniz Yücel wurde im vergangenen Jahr zum oft bemühten Symbol für eine akut bedrohte Pressefreiheit. Nicht 8.000 Kilometer entfernt in Nordkorea, nicht 5.000 Kilometer entfernt in Eritrea, sondern im Silivri-Gefängnis in der Türkei, gerade einmal zwei Autostunden von den EU-Grenzen Bulgariens und Griechenlands entfernt. Der 31. Journalistentag der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di behandelte deshalb am 20. Januar das Thema "Under Pressure - Die Freiheit nehm ich dir".

23.03.2018 - Martina Zimmermann

Am Dienstagmorgen nahm die französische Polizei den ehemaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy in Gewahrsam. Er wurde verhört wegen des Verdachts auf illegale Wahlkampffinanzierung 2007 mit Geldern aus Libyen. Die Untersuchung der Ermittlungsrichter geht auf einen Scoop der Onlinezeitung "Mediapart" zurück: Sie hatte Unterlagen eines franko-libanesischen Geschäftsmannes ausgewertet und die Affäre dann aufgedeckt. Das war bereits im Jahr 2012.

19.03.2018 - Thomas Gehringer

Der erste Eindruck: "Echt ein hammerschönes Studio." Man kann da Studiogast Anne Will nur beipflichten. Offenbar imponiert die moderne Eleganz der Kulisse von "Late Night Berlin" vor Ort ebenso wie auf dem Bildschirm. Probleme gibt es aber auch: Die Tiefe des Raumes lässt Klaas Heufer-Umlauf kleiner wirken, als er eh schon ist, und die digitalen Spielereien im Vorder- und Hintergrund gönnen dem Auge keine Ruhe. Dennoch könnte man sich im Potsdamer "Tischtenniskeller von Günther Jauch" (Heufer-Umlauf) am späten Montagabend schon heimisch fühlen.

12.03.2018 - Nora Frerichmann

Gewaltig große Worte gab es vor dem Start von "Republik": Eine Zukunft für den Journalismus abseits der großen Verlage schaffen. Dem Journalismus seine Rolle in der Demokratie sichern. Journalismus ohne Bullshit machen. Rebellisch sein und Geschichten schreiben, die sich "im Wind, Schmutz, Nebel der Gegenwart bewegen". Drei Millionen Euro sammelte das leserfinanzierte Schweizer Onlinemagazin per Crowdfunding ein. Ein Hype war geboren.

05.03.2018 - Thomas Gehringer

Talkshows haben nicht den besten Ruf, aber man kann dabei einiges lernen. Zum Beispiel, dass das Honorar, das Thomas Gottschalk derzeit für eine Hörfunksendung beim Bayerischen Rundfunk erhält, nicht mal fürs Hotel reicht. Oder dass Beatrix von Storch keine "Tagesschau" guckt, deren Berichterstattung aber für einseitig hält.

26.02.2018 - Sybille Simon-Zülch

Am 26. Januar war in der "Süddeutschen Zeitung" über Dieter Wedel zu lesen: "Seine Fernseh-Mehrteiler waren Straßenfeger, aber sie waren es zu einer Zeit, als die Konkurrenz nicht sehr groß war... ‚Der große Bellheim' oder ‚Der Schattenmann' waren erfolgreich, aber dass sie das Fernsehen neu erfanden, darf man bezweifeln. Sie waren gute Unterhaltung, mehr nicht." Eine Woche später stand in derselben Zeitung: "Es war eine spießige Welt damals, als Wedel seine Mehrteiler herstellte.

19.02.2018 - Manfred Riepe

Warum eigentlich hat das Adjektiv "kommerziell", bezogen auf den Spielfilm, in Deutschland immer einen negativen Beiklang? Um diese Frage kreist ein zweiteiliges dokumentarisches Essay von Dominik Graf und Johannes F. Sievert, dessen Ausstrahlung jetzt das WDR Fernsehen bereichert: "Verfluchte Liebe deutscher Film" (19. Februar) und "Offene Wunde deutscher Film" (5. März) feierten 2016 und 2017 auf der Berlinale Premiere. Worum geht es?

12.02.2018 - Karsten Packeiser

Der ukrainische Journalist Ruslan Kotsaba bezahlt einen hohen Preis dafür, dass er sich für ein Ende des Krieges in der Ukraine einsetzt. "Wäre es nach dem Staatsanwalt gegangen, hätte ich meinen Vortrag hier erst in 13 Jahren gehalten", sagt er bei einem Treffen mit Friedensaktivisten im Januar in Mainz. Für einen Aufruf, den "Brudermord" zu beenden, saß er bereits anderthalb Jahre in Untersuchungshaft. In einem zweiten Verfahren droht ihm eine lange Gefängnisstrafe.